Als Assad dreizehn ist, beschließt sein Onkel Saadi, ihn mit auf seine Handelsreisen zu nehmen, damit der Junge das Geschäft lernt. Die erste Reise führt mit der „Miramar“ in das Land der Diamantengruben. Die dreiwöchige Fahrt verläuft ohne Zwischenfälle. Doch auf der Heimfahrt gerät das Schiff in eine Flaute, danach in einen Sturm und erst dann ist wieder schönes Wetter.
Als ein Schiff in Sicht kommt, das Kurs auf die „Miramar“ nimmt, wird schnell klar, dass dies keine zufällige Begegnung wird. Es ist ein Piratenschiff. Onkel Saadi fürchtet um seine Diamanten, während Assad auf ein Abenteuer hofft. Der Piratenkapitän ist der berühmt berüchtigte Turuk, über den man sich viele Legenden erzählt.
Kapitän Achmed behauptet, nur Nüsse und Feldfrüchte geladen zu haben. Das ist für die Piraten sehr enttäuschend, die nun deshalb Wertgegenstände und Münzen einsammeln wollen. Das will die Besatzung der „Miramar“ nicht hinnehmen. So wird Onkel Saadi verraten. Es kommt zu einer handfesten Auseinandersetzung in deren Verlauf Assad eingreift und Turuk mit einem Säbel bedroht, um seinen Onkel zu retten. Assad verrät in seiner Not, dass der Onkel ein Diamantenhändler ist. Onkel Saadi verstößt Assad deswegen. Er will die Diamanten nicht herausgeben, wählt lieber den Tod im Meer.
Anzeige Der Piratenkapitän findet Gefallen an Assad. Schon immer hat er sich einen Sohn gewünscht. Er kann sich vorstellen, Assad an Kindesstatt anzunehmen, um aus ihn einen guten Piraten zu machen.
Die märchenhafte Geschichte ist sehr spannend erzählt. Assad erlebt auf seinem Weg ins Erwachsenenalter viele spannende Abenteuer. Zwar liebt er das Meer, aber in seinen Adern fließt kein Piratenblut. Diesem Zwiespalt versucht der Junge zu entkommen.
Die Geschichte ist reich an Wundern. Sie wird mit einfachen Worten erzählt und zeugt doch von der Macht der Worte, die der Autor so gut einsetzt. Viele Lebensweisheiten sind untergebracht, über die es nachzudenken lohnt.
Es ist, als liest man eine Geschichte aus 1001 Nacht. Das Buch lebt von einzigartigen Stimmungen, die man mit allen Sinnen genießen kann.
Der Schreibstil des Autors ist gut dem märchenhaften Genre angepasst. Es macht Spaß, sie zu lesen, denn immer wieder wird man zum Staunen gebracht. Die Geschichte eignet sich aber auch sehr gut zum Vorlesen. Dann kann das zuhörende Kind ganz in Ruhe die wunderschönen Zeichnungen betrachten.
Man wird von der Geschichte ganz und gar gefangen genommen. Sie wirkt so lebendig, als würde man träumen.
Klaus Kordon Piratensohn Mit Bildern von Peter Knorr
Beltz & Gelberg 2007
226 Seiten, gebunden, 14,90 Euro
ab 8 Jahren
ISBN-10: 3407799233
ISBN-13: 978-3407799234