Der Niger in Nordwestafrika ist aufgrund seines eigenwilligen Verlaufs ein Fluss, der den Geographen in Europa über lange Jahre hinweg Rätsel aufgegeben hat. Dieses Rätsel zieht auch Mungo Park, einen schottischen Forscher, in seinen Bann. Im Jahr 1794 bricht er auf, um den Lauf des Nigers zu erkunden, besessen von dem Gedanken, mit den Ergebnissen Weltruhm zu erlangen.
Doch das wilde Afrika stellt sich dem Forscher mit größeren Gefahren entgegen, als dieser sich vorgestellt hat. Obwohl er von Johnson, einem eingeborenen Dolmetscher, begleitet wird, der zwischen ihm und den Eingeborenen vermitteln soll, gerät er in die Gefangenschaft der islamischen Mauren, die ihn foltern und auch töten wollen. Allein, dass ihm die Frau des Königs, Fatima, wohl gesonnen ist, rettet ihn davor, sofort den Tod zu finden, und so kann er eines Nachts fliehen. Schließlich erreicht er den Fluss seiner Träume, den Niger.
In Schottland wartet derweil Ailie, Mungos Jugendliebe, hoffend auf dessen Rückkehr. Doch als die Jahre verstreichen und Ailie ins heiratsfähige Alter kommt, üben ihre Eltern zusehends Druck auf sie aus, und so kündigt sie am Weihnachtsabend 1796 an, in genau einem Jahr einen anderen zu heiraten, sollte Mungo nicht binnen Jahresfrist zurückkehren. Ohne dass der es weiß, beginnt für den Entdeckungsreisenden die Uhr zu ticken. Mehr durch Zufall als geplant erreicht er endlich am Weihnachtsabend 1797 London.
Anzeige Zur gleichen Zeit ist Ned Rise, der Sohn einer Trinkerin und ein stadtbekannte Londoner Kleinkrimineller, wieder einmal auf dem Weg nach oben. In einem zwielichtigen Etablissement zahlen Menschen Eintritt dafür, einen Schwarzen bei der Kopulation mit zwei weißen Frauen zuzusehen. Neds Reichtum wächst, doch mit ihm auch die Zahl seiner Neider. Es kommt, wie es kommen muss: Ned wird gejagt, überfallen, gefangen genommen – es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass er wieder ganz unten ankommt, sich mit Gaunereien hocharbeitet, gar dem Tod knapp entrinnt. Schließlich verschlägt es ihn in eine afrikanische Gefangenenkolonie.
Inzwischen haben Mungo und Ailie mehrere Kinder bekommen und sind eine glückliche Familie geworden. Mungo arbeitet als niedergelassener Landarzt, doch in seinen Träumen wähnt er sich bereits auf einer neuen Entdeckungsreise nach Afrika. Schließlich schafft er es, die Regierung von dem Nutzen einer neuen Expedition zum Niger zu überzeugen, und bricht zusammen mit seinem Schwager Alexander Andersson zu einer zweiten Reise auf – hinter dem Rücken seiner schwangeren Frau, der er lediglich in einem Brief mitteilt, dass er nun auf dem Weg nach Afrika sei. Auf seinem Weg zum Niger rekrutiert er mehrere Dutzend Strafgefangene, darunter Ned Rise. Doch weder Alexander noch Mungo werden von dieser Reise zurückkehren.
Boyles Debütroman „Wassermusik“, erschienen 1982, wurde bereits zu einem großen Erfolg. Mit Christian Berkel ist eine ideale Stimme für Boyles Roman gefunden: lakonisch, sarkastisch und trocken ist seine Leseweise, die damit genau den Tonfall von Boyles Schreibstil trifft – mit Berkel und Boyle hat der Verlag ein ideales Paar zusammengebracht. „Wassermusik“ erscheint in der zwölfteiligen Reihe „Weit draußen“ in Kooperation von Random House und GEO Hörwelten.