Eines Tages steht Dirk von Petersdorff im Kreißsaal und erlebt ambivalent und gerührt, wie seine Kinder geboren werden: die Zwillinge Max und Luisa. Nichts ist mehr, wie es war. Alles ist überwältigend und stellt das ganze bisherige Leben auf dem Kopf.
In feinen Beobachtungen wird jede Bewegung und jede Regung, sowohl der Kinder als auch die eigenen, überprüft und reflektierend nach den neuesten Kriterien des Lebens untersucht.
Kein falscher Ton schleicht sich ein, wenn über die Erschöpfung und die unentwegten Forderungen der lieben Kleinen geschrieben wird. Der Blick der Eltern ist fokussiert auf Windeln, Fläschchen, Drogeriemärkte und das stete Schreien, das die Eltern Tag und Nacht in Bewegung hält.
Hunger und Durst, nasse Windeln und das Geschrei stehen im Vordergrund. Erst nach und nach stellt der Vater Regungen fest, die auf Erkennen von Geräuschen und Bewegung bei den Kindern hindeuten. Beide Eltern sind erschöpft. Der Vater verliert sogar einmal die Nerven. Er tritt gegen die Tür und weiß nicht, wo er mit der eigenen Unruhe bleiben soll. Kein Mittel hilft, sich dem ausdauernden Schreien der Kinder zu entziehen.
Schnell vergeht die Zeit, keiner kommt so recht zu sich. Bis das erste Jahr vergangen ist. Da erst beginnen Erinnerungen an die eigene Vergangenheit und Kindheit, die einstmals selbst erlebte Hilflosigkeit und nun das eigene Älterwerden.
Anzeige Reflektiert geht Dirk von Petersdorff seinen Stoff an. Wie gut lässt sich nachempfinden, wie er Zeiten hinterher sinnt, als er noch mit seiner Frau Italienfahrten und Kunstgenüsse erleben konnte und nun auf Bauernhöfen mit seinen Kindern die Ferien verbringt. Das Leben ist ein anderes geworden.
Zeiten der Stille gibt es nicht mehr. Wie ehrlich ist das Bekenntnis des Vaters, dass er sich auf den Montag freute, wenn er wieder arbeiten gehen durfte. Mit heiterem Blick aber sieht der Vater, wie seine zwei Kinder heranwachsen und ihre eigene Welt haben.
Der leicht distanzierte Ton, mit dem Dirk von Petersdorff. über das unerwartet neue Leben der Eltern berichtet, wird in sensiblen, poetischen Tönen erzählt. Das ganze Buch ist ehrlich und aufrichtig und spricht alle Fragen an, die sich Eltern mit kommendem Nachwuchs stellen könnten.
Mit der wunderbaren und selbstverständlichen Einsicht, dass Liebe langsam wächst, endet diese feine und besinnliche autobiographische Erzählung.