Tomi Ungerer hat mit seinem Verständnis für die Untiefen des menschlichen Seins ein Buch geschrieben, in dem Katzen den Part der Menschen übernehmen.
Toby ist ein frecher, aufsässiger Sohn, der seinen Eltern allerhand Schwierigkeiten bereitet. Vor allem aber hasst er es, von seiner Mutter geküsst und mit vielfältigen Kosenamen bedacht zu werden.
In der Schule ist er der unverbesserliche Anstifter zu ausuferndem Schabernack.
Die Geschichte endet in Tobys Schule, wo er sich einen verzweifelten und blutig endenden Zweikampf mit seinem Freund Max liefert. Toby muß schlussendlich ins Krankenhaus, wo ihn seine Mutter schon wieder umtüttelt! Als er sie mit neuen Schimpftiraden dort bedenkt, reißt auch der lieben Frau Tatze der Geduldsfaden! Dass sie ihm mit seinen Frechheiten am Ende doch einmal Widerpart bietet, zeigt die menschliche Stärke von Ungerer:
Auch Mutterliebe kennt Grenzen!
Anzeige Ungerer weiß, was die Menschen, auch die kleinen, so umtreibt. So genießt er es sichtlich, in seinen Zeichnungen und in dieser Geschichte alle Unarten, die man sich nur ausdenken kann, aufzuspießen und genüsslich zu beschreiben. Dass die Geschichte ein gutes Ende nimmt, ist seinem Humor und seiner zuletzt nicht bissigen, sondern verständnissinnigen Haltung gegenüber der Entwicklung und den Eigenheiten der Menschen zu verdanken.
Seine Zeichnungen entsprechen wie immer dem, was er sagen möchte. Er ist ein unverbesserlicher Meister der Karikatur, gewieft und ausdrucksvoll.
Das Buch ist mit seinem stimmungsvollen Humor den Herzen der Kinder gewidmet!
Tomi Ungerer Kein Kuss für Mutter Originaltitel: No Kiss for Mother
Aus dem Englischen von Anna Cramer-Klett
Diogenes, 2006
51 Seiten, gebunden, 12,90 Euro
ISBN-10: 3257064896
ISBN-13: 978-3257064896