spacer
spacer spy ware best antivirus program norton antivirus macintosh antivirus software avg antivirus xp 2008 standard free back edition free 2008 antivirus comparative norton antivirus 90 days trial version trojan war battle pictures who was the leader of the greeks in the trojan war virus removal free virus scanner malware bytes windows security center virus protection update computer anti virus ratings types of viruses best rated anti virus short history of computer viruses trojan virus program downloads antispy pro 1 01 serial crack can the herpes virus be given to other people
Logo
tchibo.de



 
Hauptmenü
Startseite
Suche
Buch
Hörbuch
Film zum Buch
Vorschau
Videos
Magazin & Interviews
Autoren
Verlage
Forum
News
Service
Branchenbuch
Extras
Shop
Newsletter
Mediadaten/Werbung
Impressum
Newsletter
Wöchentliche Buchtipps, Buchpakete gewinnen & Neuigkeiten - Hier abonnieren

Hinweise zum Newsletterversand
Zu Google hinzufügen
Fügen Sie die literature.de-Rezensionen zu iGoogle hinzu
 

Startseite arrow Buch arrow Nicht so schlimm

Nicht so schlimm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Heike Geilen, am 09-08-2007 15:00
Editorbewertung Keine Bewertung
Durchschnittliche Benutzerbewertung Keine Bewertung
Favoriten 21

Nicht so schlimmEin verhinderter Don Juan?

Konträr sind die Reaktionen zu Nicolas Fargues' neuem Roman Nicht so schlimm. In Frankreich wurde er zum Bestseller, in Deutschland wird polarisiert.

Derweil ist es "nur" ein ehrlicher, offener Tatsachenbericht einer zerbrechenden Ehe und eines zaghaften Neuanfanges, des Erwachsenwerdens - auch noch mit Anfang Dreißig.

Nicht so schlimm ist zu 100% autobiografisch, wie Nicolas Fargues versichert: ein eigener Lebensabschnitt im literarischen Gewand.

Stilistisch hat Nicolas Fargues diese "Lebensbeichte" an sein literarisches Vorbild Michel Houellebecq angelehnt: die Sprache des Ressentiments, den Schmerz zurückgeben, eine Ausdrucksform, die suggeriert, "dass das metaphysische Unbehagen des Menschen aufs engste mit seinen physischen, also biologischen Voraussetzungen verbunden ist. Das wichtigste Scharnier zwischen beiden Bereichen ist die Sexualität und die mit ihr verbundene Zwischenmenschlichkeit, im Glücksfall: die Liebe."

Houellebecqs Serien von Schocks und den manchmal fast stillosen Ton schlägt Fargues jedoch nicht an. Derb und direkt wird er zwar zuweilen auch, aber die Contenance bleibt immer bewahrt.

Anzeige
Nicht so schlimm
ist Fargues persönliche Meditation über das Leid in all seinen Formen.

Der Autor erzählt einem unsichtbaren Zuhörer (dem Leser?) in einem endlosen Monolog, fast ohne Absätze, beinahe ohne Luft zu holen, die Geschichte des Scheiterns seiner Ehe, der großen Glückmomente einer neuen Liebe und der Zerrissenheit zwischen Gestern und Morgen.

"Wir haben uns wie verrückt geliebt, aber auf völlig verkorkste Weise"

Er, gebürtiger Franzose, ist mit Alexandrine, einer Farbigen, verheiratet, hat zwei Kinder und lebt irgendwo, zehntausend Kilometer von Paris entfernt in Afrika (auf Grund der autobiografischen Gegebenheiten könnte es sich um Madagaskar handeln). Aber das spielt keine primäre Rolle. Denn alle äußeren Einflüsse blendet der Autor aus, wenn er über seiner Ehe sinniert.

Die Erzählung entfaltet sich ausschließlich im Mikrokosmos des Ehepaares. Umhüllt von einem - für ihn - undurchdringbaren Netz. Lediglich das Sofa und das Badezimmer nehmen fokussierende Plätze ein: Örtlichkeiten, die mit Ausgegrenztheit, Gewalt - seine Ehefrau (!) verprügelt ihn, nach Bekanntwerden einer eher harmlosen Tendelei, betrügt ihn dann ihrerseits mit einem "richtigen" Mann, einem Schwarzen - zu tun haben. Man misstraut, spioniert dem anderen nach, benutzt die Kinder für weitere Gemeinheiten.

Aber er besteht weiterhin hartnäckig darauf, glücklich zu sein. Er wirft sich ihr unter, wird devot, demütig. Aggressive Zerbrechlichkeit trifft auf feiges Schuldgefühl.

Während eines Kurzurlaubes in Italien bei seinem Vater und dessen neuer Familie lernt er eine neue Frau - Alice - kennen, fast noch ein Mädchen, zehn Jahre jünger. Er beginnt sein Umfeld wieder wahrzunehmen. Alice macht ihn sehend, "lebendig". Kein undurchdringbares Netz mehr, sondern die Weite des unendlichen Himmels, das Meer und die Liebe. Reden, alles über sich erzählen, Vertrauen. Und plötzlich wird aus scheinbar Gewöhnlichem, aus dem Unbedeutenden, dem Unpersönlichen "ein Spektakel, das nicht enden will."

Fargues entfaltet während dieser Momente eine freundlichere, lebhaftere, glücklichere, fast zuversichtliche Atmosphäre. Einfach köstlich wie er Italien und dessen Lebensagilität beschreibt.

Doch aus diesem kurzen Urlaubsflirt scheint tiefe Liebe zu erwachsen. Wie soll es weitergehen? Und schon senkt sich das Netz wieder.

Nicht so schlimm ist eine ehrliche und schonungslose Selbstbefreiung eines jungen Mannes, um die Belanglosigkeit aber auch die Schwere der Liebe.

Kurz spricht Fargues einen vielleicht verborgenen interkulturellen Konflikt in seiner Ehe an, aber nur kurz. Er hat keinen tiefgreifenden Belang für ihn. Hier geht es vor allem darum, dass zwei Menschen sich auseinandergelebt haben. Die Stigmatisierung des Geschlechtes oder aber der Rasse blendet er schnell wieder aus.

Vielleicht klingt es am Ende ein wenig zu pathetisch, wenn Fargues Nietzsche zitiert: "Was nicht tötet, härtet ab." Doch der Autor erklärt sich selbst: "Man kann das auf zweierlei Weise verstehen", sagt Fargues. "Was uns nicht tötet, macht uns stark. Das heißt, es macht uns gefühllos wie ein Stein. Oder: Es macht uns stark, damit wir glücklich sein können. Letzteres liegt mir mehr."

Das Buch hat einen unwiderstehlich-identifikatorischen Reiz. Es ist eine ehrliche Lebensbeichte eines Mannes und eine wunderschöne Geschichte über die Macht der Liebe und der Gefühle.

Fargues hat, losgelöst von allen Diskussionen um Emanzipation und den "neuen Mann", ohne Reflektion jedweder gegenwärtiger Geschlechterrollen, unbekümmert eine verfahrene Beziehung und einen möglichen Neubeginn mit einer anderen Frau beschrieben. Es ist eine Schilderung eines Menschen in einer bestimmten Situation, ein Ausbruch von gewohnten Wegen.

Ein ehrliches, offenes Buch in einer ausgezeichneten, stilsicheren Übersetzung von Frank Wegner.

Und vielleicht sollten wir Deutschen nicht immer alles in einen gesellschaftlichen Rahmen pressen. Offensichtlich sind die Franzosen doch nicht so verklemmt, wie sie Fargues in seinem Buch im Vergleich zu den Italienern beschreibt.

Zumindest nicht so verklemmt wie wir Deutschen manchmal….

 

Zur zweiten Rezension des Buchs 

Bibliographische Angaben





Nicolas Fargues
Nicht so schlimm
Originaltitel: J'étais derrière toi
Aus dem Französischen von Frank Wegner
Rowohlt, Reinbek, 2007
187 Seiten, gebunden, 16,90 Euro
ISBN-10: 3498021176
ISBN-13: 978-3498021177

 

 

 

 

 





Letztes Update: 10-08-2007 13:04

Veröffentlicht in : Buch, Belletristik
Schlüsselworte : Lesetipp, Italien, Fargues, J'étais derrière toi, 978-3498021177, 3498021176
Artikel zitieren Zu meinen Favoriten hinzufügen An Freund senden Ähnliche Themen

Benutzerkommentare (0) RSS feed Kommentar
Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.

Keine Kommentare vorhanden

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu



mXcomment 1.0.6 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< Zurück   Weiter >
spacer
Suche
Anzeige

Ihre Anzeige hier
Anmeldung
Warum anmelden?
Mehr erfahren...
Statistik

9.221 Rezensionen, 1.507 Autorenporträts,  1.862 Clubmitglieder, uvm.

Wer ist Online
Aktuell sind 466 Gäste online
Ähnliche Themen
Forum
Anzeige
RSS-Feeds


Hörbücher hier herunterladen!

Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  Blog  |  FAQ  |  Werben auf literature.de  |  Presse  |  Jobs  |  RSS-Feeds

Partner: frueherlesen | blaetterrauschen | Zu Google hinzufügen

© 1998-2008 literature.de - literaturschau-mediendienst und content-newmedia.de  |  litstats

Alle Rechte vorbehalten - kein Teil der Inhalte darf auf anderen Seiten / in anderen Medien ohne Zustimmung von literature.de verwendet werden!

Empfehlungen:

spacer