Ben Arnold hat sein Geburtstagsgeld und sein Taschengeld gespart. Außerdem hat er sich mit kleinen Gelegenheitsjobs noch etwas hinzuverdient. Mit dem Geld will er sich zwei seltene Mongolische Kampffische kaufen. In Mr. Dodds’ Laden zieht dann allerdings das schwarzbraunes Kätzchen Bens Aufmerksamkeit auf sich. Mit der Stimme eines „kettenrauchenden amerikanischen Privatdetektivs“ spricht sie den Zwölfjährigen an. Ben glaubt seinen Ohren nicht zu trauen. Die Katze versucht ihn zu überzeugen, statt der Mongolischen Kampffische lieber sie mitzunehmen.
Ben weiß nicht, wie er zu Hause erklären soll, dass er statt der Fische nun eine Katze besitzt, zumal der grässliche Onkel Alister sich bereiterklärt hat, ein ausrangiertes Aquarium vorbeizubringen. Der findige Kater nimmt Ben seine Sorgen. Er inszeniert etwas und lässt die Familie glauben, dass die Fische direkt aus dem Transportbeutel von einer Katze aus der Nachbarschaft gefressen worden sind. So sind die Fische, die es nie gegeben hat, verschwunden.
Ben findet seine Katze im Baumhaus. Er erfährt, dass sie Iggy heißt, aber auch der Wanderer genannt wird. Iggy hat sich Ben anvertraut, weil er die Gabe hat zu verstehen, was Katzen sagen. Der Kater erzählt Ben vom verborgenen Königreich Eidolon. Am Abend bekommt das Gesagte eine neue Bedeutung, als Ben und seine Familie im Fernsehen ein Kricket-Spiel verfolgen. Das Spiel wird von einem Einhorn gestört. Später am Abend, als Ben seinem Kater etwas zu Essen bringen will, findet er auf der Wiese einen Elfen im Gras. Twig liegt im Sterben, eine Welt ohne Magie bekommt ihm nicht.
Anzeige Die seltsamen Vorkommnisse können nur eins bedeuten. Das natürliche Gleichgewicht der zwei Welten ist in Gefahr. Offensichtlich werden Wesen aus dem magischen Königreich Eidolon in Bens Welt verschleppt. So geht Eidolon immer mehr Magie verloren. Ben ist ausersehen, das verborgene Königreich zu retten. Dorthin gelang man auf geheimen Pfaden. Dreh- und Angelpunkt scheint Mr. Doods’ Zoohandlung zu sein. Sich mit Mr. Doods anzulegen, entpuppt sich als gefährliche Sache.
Die Geschichte begeistert von der ersten Seite an. Sie ist sensationell gut geschrieben, mit Witz und einem guten Gefühl für komische Situationen. Erzählt wird eine Geschichte, die sehr märchenhaft anmutet. Die Autorin bedient sich hier aber nicht gängiger Klischees. Zwar erfindet sie das fantastische Genre nicht neu, überrascht aber immer wieder mit tollen Einfällen. Die Geschichte ist spritzig, witzig, äußert lebendig, zwischendurch auch mal etwas gruselig und unterhält damit ganz wunderbar. Besonderen Spaß machen die Dialoge.
In Ben können sich Kinder auf Anhieb gut hineinversetzten. Er ist ein ganz normaler Junge und hebt auch im Laufe der Geschichte nicht ab.
Sehr gelungen ist auch die Gestaltung des Buches. Hier wird noch einmal das Märchenhafte der Geschichte, mit glitzernder hervorgehobener Prägung des Drachen und verspielt umrahmten Seiten, aufgegriffen.
Das Buch, das sicher auch Vorlage für so manche abenteuerliche Träume werden dürfte, ist für Kinder ab neun Jahren sehr zu empfehlen.
Und das Tolle ist, die in sich abgeschlossene Geschichte wird mit einem zweiten Band weitergehen.
Jane Johnson Das verborgene Königreich - Der Prinz von Eidolon Originaltitel: The Secret Country
Aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß
Illustrationen von Eva Schöffmann-Davidov
Ravensburger Buchverlag, 2007
323 Seiten, gebunden, 14,95 Euro
ab 9 Jahren
ISBN-10: 3473347108
ISBN-13: 978-3473347100