Er nennt sich Ziegenhäuter, denn sie sind Ziegen, die Frauen, und er muss sie töten. Der kleine Ort in Wisconsin hofft inständig, dass es ein Fremder ist, der die jungen Frauen des Ortes bestialisch tötet, doch der Sheriff hat seine eigene Theorie.
Bevor Buddy die kleine Kneipe in der Mitte des amerikanischen Nirgendwo gekauft hat, beging er den Fehler, einen Gangsterboss in Chicago übers Ohr zu hauen. Jetzt lebt er ein bescheidenes, geruhsames Leben, das eigentlich nur von der Frage belebt wird, ob er die Avancen seiner jungen Kellnerin erwidern soll oder nicht. Doch alles ändert sich, als in der Umgebung ein bestialischer Mord begeht.
Der Sheriff des Ortes, der nicht unbedingt mit besonderen Geistesgaben gesegnet ist, hat sofort Buddy auf dem Kieker, der als „Ortsfremder“ natürlich verdächtig ist. Als dann auch noch Buddys Angestellte um ein Haar Opfer des Mörders wird, sieht er sich in dieser Vermutung bestätigt, auch wenn der Großteil des Ortes sich hinter den beliebten Kneipenwirt stellt.
Als Buddy auf eigene Faust die wahre Identität des Täters enthüllt, beginnt eine gnadenlose Hetzjagd durch die Wildnis.
Anzeige Eines vorweg: Skin River ist ein Thriller, der versucht, mit herkömmlichen Lesererwartungen aufzuräumen. Da ist zum einen der gängige Aufbau, bei dem auf den letzten Seiten die Identität des Killers enthüllt wird. Anders bei Steven Sidor, der schon zur Hälfte des Romans deutlich macht, wer sich hinter dem Pseudonym des Ziegenhäuters versteckt. Spannung bezieht die Geschichte trotzdem aus dem Showdown zwischen ihm und seinem Gegenspieler Buddy.
Das andere Vorurteil ist die Sprache, die in diesem Genre eher hart und reißerisch erwartet wird. Stattdessen bemüht sich der Autor immer wieder um Formulierungen, die Atmosphäre erzeugen und den Leser überraschen. Auf diese Weise wird Skin River zu einer Lektüre, die vielleicht nicht immer ganz ausgewogen wirkt, die aber auf jeden Fall aus der Masse der Thriller, die den Markt überschwemmen, heraussticht.
Bei diesen Ansätzen ist es umso überraschender, dass der Autor sich nicht mehr Zeit für seine Geschichte nimmt. Insbesondere die Vorgeschichte um Buddy und seine krummen Geschäfte in Chicago wird nicht dergestalt in die Handlung eingebunden, dass alle Fragen des neugierigen Lesers beantwortet werden.
Fazit: Sprachlich angenehmer, doch etwas knapp gefasster Thriller
Steven Sidor Skin River Aus dem Amerikanischen von Silvia Visintini
Droemer/Knaur, 2007
301 Seiten, broschiert, 7,95 Euro
ISBN-10: 3426631350
ISBN-13: 978-3426631355