Der Ich-Erzähler befindet sich in einer traurigen, hoffnungslosen Stimmung bezüglich des allgemeinen Zustands der Welt, als ihn ein Brief seines Vaters erreicht.
Dieser hat einen gleich lautenden Brief an all seine fünf Söhne geschrieben, in dem er ihnen mitteilt, dass er mit einer jüngeren Frau fortgegangen ist.
Er bittet seinen Sohn Silvestro, zum Namenstag der Mutter nach Sizilien zu fahren, damit sie nicht so alleine ist. In rührenden Worten bezeichnet er sich als guten Vater und als Freund der Mutter. Er bekräftigt, dass er ihnen allen weiterhin wohl gesonnen und verbunden bleibe, aber dass er nun gehen müsse.
Und der Sohn macht sich, einem plötzlichen Impuls folgend auf, um nach Sizilien zu fahren! Mit 15 Jahren ist er von zu Hause fortgegangen. 15 Jahre später zieht es ihn nun zum ersten Male wieder dorthin.
Die schlichte Beschreibung seiner Bahnreise, seine Begegnungen mit guten und weniger guten Menschen ist von berührender Einfachheit.
Wir befinden uns im zweiten Weltkrieg und es ist von gestaltloser Wut die Rede, die unseren Protagonisten umtreibt.
Er fährt, verweilt hier ein wenig, dort ein wenig und erreicht schließlich zögernd das Dorf seiner Kindheit und das Haus, in dem seine Mutter lebt.
Anzeige Nun entwickelt sich ein Rede und Antwortspiel, in dem die Mutter mit starken Worten über ihr Leben spricht während der Sohn mit vorsichtigen Fragen immer mehr aus ihr herauslockt.
Er lernt seine Mutter kennen und ist belustigt und berührt, als er ihr Leben näher betrachtet.
Silvestro sinniert über sein Leben nach, über das Glück der Kindheit und den Gram des Daseins in der Welt. Nach drei Tagen und drei Nächten reist er wieder ab.
Die poetische Sprache ist beruhigend und in ihrer schlichten Ernsthaftigkeit tief anrührend.
Die Handlung ist einfach. Es geschieht nicht viel. Sizilien mit seinen Früchten, Düften, der Luft, dem Licht, seinen Gassen in den Dörfern und Städten und der wunderschönen Landschaft ist unübertroffen klar gezeichnet.
Wer Italien liebt, wird sich sofort dorthin versetzt fühlen!