Nugua, das Mädchen, dass bei den Drachen aufgewachsen ist und Meister Li, der unsterbliche Magier des Kaisers, sind auf der Suche nach dem Drachenfriedhof. Alle Drachen sind verschwunden und keiner weiß, wohin. Auf dem Friedhof jedoch müsste eine Drachenwächter leben. Wo Drachen sind, fällt Regen, aber nur Nebel verwehrt den Blick in die Schlucht. Dennoch ist dieser Drache Nuguas letzte Hoffnung. Die Wolkeninsel braucht den Atem der Drachen, um bestehen zu können. Deswegen müssen Nugua und Li unbedingt erfahren, wo die Drachen sind.
Der große Kranich bringt die beiden hinunter ins Tal. Nichts Lebendiges ist zu entdecken. Dann plötzlich spürt Li etwas kommen. Nugua, darauf aufmerksam gemacht, hört es auch. Nugua klettert auf den Kranich, der sich in die Lüfte erhebt, während Li abwartet. Nugua kann von oben beobachten, wie sich eine mächtige Kreatur auf Li zu bewegt, ähnlich einem riesigen Tausendfüßer von mindestens fünfzig Metern Länge. Li hat keine Chance, er flieht. Das Untier hat eine Fangzunge mit der es den Kranich erwischt. Li gelingt es glücklicherweise mit der Schaufellanze die Zunge zu durchtrennen. Der Vogel ist gerettet. Doch Nugua stürzt ab. Sie landet zwischen den Panzerplatten des Untiers, kann sich aber mit Hilfe von Li wieder befreien. Die Gefahr ist aber damit nicht gebannt.
Anzeige Es stellt sich heraus, dass das Untier ein „Seelenschlund“ ist. Es hat den Wächterdrachen verschlungen. Das Wissen dieses Drachen lebt nun im „Seelenschlund“ weiter. Für Li und Nugua bedeutet das, dass sie mit der Seele des Drachen Kontakt aufnehmen können. Li muss sich allerdings im Austausch gegen die Frage anbieten. Nugua ist entsetzt. Sie will nicht, dass Li stirbt. Doch er lässt ihr keine Wahl.
Das Buch hat noch viele weitere Erzählstränge, die in Zusammenhang miteinander stehen. Das macht die Geschichte sehr abwechslungsreich und erzeugt noch mehr Spannung. Dazu kommen immer wieder spannende Wendungen und Szenen, die neue Erkenntnisse bringen. Man wird sehr gut unterhalten, auch wenn man sich sehr konzentrieren muss, da die Geschichte inhaltlich sehr vollgepackt scheint und der Autor dazu noch ein ordentliches Tempo vorlegt.
Die Geschichte ist ausgesprochen fantasievoll geschrieben. Sie hat Magie. Die vielfältigen Charaktere sind gut entwickelt. Und auch die Kulisse, eine Fantasiewelt mit historischen Hintergrund, ist perfekt gewählt und stimmig dargestellt.
Vorgetragen wird das Buch von Andreas Fröhlich. Er liest mit kraftvoller Stimme und setzt diese gekonnt ein, um den Charakteren Persönlichkeit zu verleihen. Man kann ihm sehr gut folgen, auch wenn er im Eifer des Gefechts hin und wieder in ein wirklich zu schnelles Tempo verfällt, besonders dann, wenn die Spannung auf einem hohen Level ist.