Digitalkameras sind oft nicht so einfach zu bedienen. Die vielen Knöpfe können Verwirrung stiften und in den Menüs „verläuft“ man sich nur allzu oft. Die Gebrauchsanleitung hilft meist auch nicht weiter. Nicht selten nutzt man so die Fähigkeiten der Kamera gar nicht aus. Nicht alle Fotos, die in der Automatik-Einstellung gemacht worden sind, sehen auch schön aus.
Peter de Ruiter ist Fotograf. Und er ist überzeugt davon, dass man mit jeder Kamera schöne Bilder machen kann, selbst mit dem Fotohandy. Aber man braucht schon ein Auge für das Motiv. Gleich auf den ersten Fotos sieht man, was gemeint ist. Der Autor stellt hier verschiedene Fotos gegenüber. Weniger schöne und gelungene. Da sieht man sofort, wie die Wirkung sich zum Positiven hin ändern lässt. Immer anhand von Fotos, erklärt der Autor, wie man bestimmte Szenerien fotografiert und welche Einstellungen die Kamera haben sollte. Der Leser erfährt wann ein- bzw. ausgezoomt wird, wann man blitzen sollte und wann nicht und wann man die Empfindlichkeit des Bildsensors ändern sollte. Er erklärt, wie man bewegte Szenen fotografiert, ungünstige Schatten vermeidet, eine bestimmte Atmosphäre auf ein Foto bannt und bei Gegenlicht fotografiert.
Anzeige In einem weiteren Kapitel geht es darum, die Technik begreiflich zu machen. Der Autor geht darauf ein, wie eine Kamera funktioniert und welche Einstellung, welches Ergebnis bringt. Das muss man wissen, um später die Kamera selbst perfekt einstellen zu können. Begriffe wie Bildrauschen, Verschlusszeit, Schärfentiefe, Brennweite usw. werden in Wort und Bild erklärt. Und auch wer sich fragt, wie viele Megapixel eine Kamera nun unbedingt haben sollte, erhält eine erstaunliche Antwort.
Dann kommt der Praxistest. Der Leser erfährt, wie ein Motiv ausgewählt wird, welche Einstellung die Kamera haben sollte und welche Position man einnehmen muss. Jedes Detail wird anhand von Beispielfotografien vom Autor erklärt. Man lernt sehr genau, wie ein gutes Foto aussehen muss und wie man das Auge auf interessante Einzelheiten lenkt oder eine bestimmte Wirkung erzielt. Zu jedem Beispielfoto gibt es also einen ausführlichen und verständlichen Text. Die Urlaubsfotos werden so zu Hinguckern. Der Autor zeigt aber auch, wie man ein Porträt fotografiert, schöne Hochzeitsfotos oder Familienfotos macht, wie man sein Zuhause fotografiert oder Objekte in einem Museum und so weiter. Und auch wenn ein Foto mal nicht so perfekt gelungen ist, kann man mit einer Bildbearbeitungssoftware noch etwas rausholen. Der Autor zeigt, wie man Ausschnitte wählt, die Pixelzahl verringert, rote Augen korrigiert, den Kontrast verändert und vieles mehr. Zum Schluss gibt es noch ein Kapitel mit speziellen Problemlösungen.
Für alle, die gerne fotografieren, liest sich das Buch wie ein Krimi, so spannend ist es. Der Autor bringt auf den Punkt, wo es bei vielen Hobbyfotografen hakt und hat für fast alles eine Problemlösung. Das Buch ist so geschrieben, das man versteht, woran es liegt, wenn ein Foto nicht so wird, wie beabsichtigt. Dabei bringt der Autor dem Leser auch die Technik nahe. Damit ist das Buch ausgesprochen empfehlenswert für alle, die eine Digitalkamera besitzen.