Auf der Beerdigung ihrer Mutter lernt Anne ihren Halbbruder Berti kennen. Er stammt aus der ersten Ehe ihres Vaters. Berti will sich um Anne kümmern, so lange ihr Vater, der unter Depressionen leidet, in einer Kurklinik untergebracht wird. Der Halbruder ist ein komischer Vogel mit einem uralten Schrott-VW, aber Anne mag ihn. Später dann im Gasthaus verschwindet Annes Vater. Als Anne nach ihm sucht, und dabei im Geräteschuppen nachsieht, entdeckt sie dort aber nicht ihren Vater, sondern zwei fremde Männer. Dass die beiden Bankräuber sind, ahnt sie nicht.
Um der Polizei entkommen zu können, haben Auto-Meier und Brat-Kurt ihre in Marktkauftüten untergebrachte Beute gegen zwei Marktkauftüten, die in einem am Friedhof geparkten Schrott-VW abgestellt waren, ausgetauscht und sich dann unter die Trauergäste einer Beerdigung gemischt. Anschließend sind sie mit zum Gasthof gekommen und haben sich in einem Schuppen versteckt, um auf eine günstige Gelegenheit zu warten, die Tüten wieder auszutauschen. Allerdings kommen sie nicht an ihr Geld. Im Schrott-VW liegt ein Mann auf den Tüten und schläft.
Anzeige Als Anne ihren Papa wiedergefunden hat, fahren sie zusammen mit Berti nach Hause. Ganz früh am nächsten Morgen stehen sie auf und machen sich auf den Weg zur Kurklinik. Auto-Meier und Brat-Kurt, die einen erneuten Versuch starten wollen, an ihr Geld zu kommen, sehen gerade noch, wie der Schrott-VW mit ihren Tüten davonbraust.
Die Geschichte ist überaus lustig. Sie wird aus zwei Perspektiven parallel erzählt, einmal aus der Sicht Annes und dann noch aus der Sicht der Bankräuber. Brat-Kurt und Auto-Meier sind zwei selten dämliche Typen. Sie vermasseln so ziemlich alles, was es zu vermasseln gibt. Die Geschichte wirkt dadurch überaus skurril. Zeitweise ist sie zum Brüllen komisch. Die Bankräuber sorgen für Verwicklungen und das aus dem Hintergrund heraus, denn zunächst wissen Anne und ihre Familie nichts von den Bankräubern und auch nicht das sie 80.000 Euro spazieren fahren.
Aber die Geschichte entbehrt auch einer gewissen Tragik nicht. Anne hat ihre Mutter verloren und ihr Vater ist vor lauter Trauer krank geworden. Der Autor begibt sich mit seinem Buch also auf eine Gratwanderung, meistert diese aber überaus gekonnt. Die Traurigkeit ist spürbar, aber unterschwellig. Im Vordergrund steht der Lesespaß.