Privatdetektivin Lenina Rabe fällt aus allen Wolken, als ihr zeitweiliger Mitarbeiter wegen Mordes und Vergewaltigung verhaftet wird. Ehrensache, dass sie alles daran setzt, ihm aus der Patsche zu helfen! Bald befindet sie sich in einem Sumpf aus Korruption, Lügen und Verrat wieder, der alles übertrifft, was sie bisher erlebt hat. Zum Glück gibt es da noch Phillip...
Seit sie die Detektei ihres verstorbenen Vaters geerbt hat, ist die junge Privatdetektivin Lenina Rabe voll im Geschäft. Da kann sie es sich schon mal leisten, aus moralischen Gründen einen Auftrag abzulehnen, wie zum Beispiel den des Industriellen Kutzke, der sie auffordert, seine Mitarbeiter auszuspionieren. Lenina kann nicht ahnen, dass sie genau diesen Kutzke wieder sehen wird – als Opfer einer Entführung, die sie im letzten Moment verhindern kann.
Doch mehr noch als dieser Fall liegt der jungen Frau ihr Mitarbeiter Tom am Herzen, der gerade wegen Mordes und Vergewaltigung ins Gefängnis gewandert ist. Er soll seine Freundin, die schöne, erfolglose Schauspielerin Mary ermordet haben. Und als wäre das alles nicht genug, ist es Lenina endlich gelungen, mit ihrem Schwarm Phillip, einem Aktivisten der linksradikalen Szene, im Bett zu landen. Doch auch das ist kein Grund zum Jubeln, denn Phillip ist immer noch mit ihrer Freundin Nadine liiert.
Die junge, patente Großstadtdetektivin mit dem einprägsamen Namen löst ihren zweiten Fall, und es wird von Anfang an deutlich, dass Autor Robert Brack entschlossen ist, alle Register zu ziehen. Sein Roman ist eine Mischung aus Multi-Kulti-Szene – Linksradikalismus und Ausländer – Gesellschaftskritik – das Opfer wird als Obdachlose bezeichnet - und Aufarbeitung aktueller Themen – Korruption und Moscheenbau -, als auf eine sehr gestylte Art versucht, einen eigenen Kommentar zur Lage der Nation abzugeben.
Passend dazu ist Hauptfigur Lenina Rabe zwar der Typ Girlie mit Herz und Verstand, das die Männer letzten Endes doch im Griff hat, gleichzeitig trinkt sie Yogi-Tee, trainiert Aiko-Dojo und meditiert sich die bösen Gedanken aus der Seele. Was nicht bedeutet, dass sie nicht auch in Discos abtanzt und sich mal betrinkt. Alles in allem ist ihr Charakter auf unkonventionelle Art so politisch korrekt, dass man sich fragen muss, ob der Autor sich hier selbst ein wenig auf die Schippe nimmt.
Insgesamt ist Haie zu Fischstäbchen ein Großstadtkrimi, der genau das ist, was der Titel verspricht, eine leicht zubereitete Krimi-Mahlzeit ohne Nebenwirkungen, aber auch ohne den Anspruch auf haute cuisine. Zwar ist der Spannungsbogen konsequent durchgehalten und die Sprache lebendig, doch fehlt dem Endergebnis der Biss, um letzten Endes mehr als Durchschnitt zu sein.