Mojmir Demeter ist ein Heimkind. Seit Jahren fährt er in den Ferien in die Berge zu Oma Kalomi. Auch jetzt, wo er fast erwachsen ist, tut er das noch, auch wenn es der alten Frau gesundheitlich nicht gut geht. Es ist allerdings schlimmer als gedacht. Sie offenbart Mojmir, dass sie Krebs hat und nicht mehr lange leben wird. Obwohl Mojmir nur eine Woche in den Bergen verbringen wollte, beschließt er nun, länger zu bleiben. So lange, wie die alte Frau ihn braucht.
Mojmir ist erreichbar über sein Handy und ganz in der Nähe wohnt der Förster. Als es Omi Kalomi schlechter geht, kommt einmal in der Woche der Arzt. Trotzdem fühlt er sich einsam und abgeschnitten von der Welt. Wenigstens ist er hier vor EBS sicher. Das ist ein seltsamer Virus, der Menschen zum Verschwinden bringt. Im ganzen Land wird der Ausnahmezustand ausgerufen.
Anzeige Der Förster bleibt nicht länger in den Bergen. Er will seine Frau zurückholen. Seinen Hund Carmen nimmt Mojmir in seine Obhut. Bald kommt der Arzt nicht mehr, vielleicht hat es ihn erwischt. Und Oma Kalomi geht es auch immer schlechter. Mojmir beschließt nach Prag zu fahren, um im Kinderheim nach seinen Freunden zu sehen. Verzweifelt muss er feststellen, dass im nächstgelegenen Dorf kaum noch jemand lebt. Natürlich fährt auch kein Bus mehr.
Die Autorin hat mit ihrem Buch ein unglaubliches Schreckensszenario entworfen. Auf der Erde grassiert ein mysteriöser Virus, der die ganze Menschheit auszurotten droht. Städte und Dörfer sterben aus, alles bricht zusammen. Mojmir, der sehr abgeschottet im Isergebirge lebt, betrachtet die erschreckende Situation praktisch von außen, ohne wirklich wahrzunehmen, wie schlimm die Sache tatsächlich ist, da seine Informationsmöglichkeiten begrenzt sind.
Nach dem Tot von Oma Kalomi ist der 18-jährige auf sich allein gestellt. Die Autorin beschreibt sehr genau die Gefühle ihres Protagonisten, die Anfangs von Naivität geprägt sind. Doch Majomir entwickelt sich weiter, genau wie die Geschichte, die immer mehr an Tragik gewinnt.
„Wir treffen uns, wenn alle weg sind“ ist ein mitreißendes Buch. Die Autorin schreibt in einfachen Worten, aber sehr eindringlich. Das Buch löst Beklemmung aus und macht sehr, sehr nachdenklich. Aber vom Schreibstil her liest sie sich ausgesprochen gut.