Als Mann hat man es nicht einfach. Schon gar nicht als Single und erst recht nicht, wenn Mann auf die 30 zu geht und alle mehr oder weniger guten Freunde eine Freundin oder wenigstens eine aufregende Bettgeschichte haben. Wenn Mann dann auch noch die Fähigkeit besitzt, in jedes Fettnäpfchen zu treten, jedes halbwegs vernünftige Gespräch mit einer Frau rekordverdächtig zu vermasseln und auch sonst alles versaut, dann hilft wahrscheinlich nur noch ein Bier. So jedenfalls sieht Simon das.
Simon ist 29 Jahre alt, hat einen langweiligen, verhassten Job im T-Punkt, eine überteuerte 2- Zimmerwohnung und eben keine Freundin. Genau aus diesem Grund schlendert er nun alleine durch Ikea und sucht einen Sessel für sich. Allerdings stellt sich schon diese Aufgabe als schwierig heraus, denn überall wimmelt es von Pärchensesseln und Familiensitzecken. Schließlich hat der nervige Verkäufer eine Idee und schlägt ihm einen Singlesessel vor. Simon steht kurz vor einer Depression.
Doch dann ein kleiner Hoffnungsschimmer: Ein Kumpel hat zwei heiße „ Schneckchen “ am Start und fragt Simon, ob er auf eine Party mitkommen will, mit ihm und den zwei heißen Frauen. Simon sagt zu, doch am Ende hat nur der Kumpel seinen Spaß mit einer der beiden Damen und die andere schläft einfach neben Simon ein.
Anzeige Anschließend steht Simons Urlaub auf den Kanaren an. Da wird doch was gehen, denkt er sich motiviert. Dann rückt auch schon der letzte Tag des Urlaubs heran, immer noch ist nichts passiert, außer dass Simon, weil er zu weit aufs Meer raus ist, fast absäuft und von einer Animateurin gerettet werden muss.
Doch welch ein Wunder, genau diese Animateurin lädt ihn später zu sich ein, aber auch hier schafft Simon es, sich auf Grund und Boden zu blamieren und nichts gebacken zu kriegen. Jeoch gibt es ja noch das süße Mädchen, das im Starbucks arbeitet und Milch aufschäumt. Sie könnte locker alle Seiten des Playboys füllen und wird schnell zu Simons Traumfrau. Jetzt braucht er nur noch einen Plan.
Simon ist echt zu bemitleiden. Wenn andere Pärchen sich knutschen, dann stellt das für ihn einen Schups in die Depression dar. Wenn er dann abends ausgeht, auf der Jagd nach "geilen Weibern", dann ist es schon erstaunlich wie viel an einem Abend so alles schief gehen kann, wenn er dabei ist. Kein Fettnäpfchen ist vor ihm sicher.
Wer sich jetzt fragt, wie das eigentlich sein kann, der muss eigentlich nur zuhören, denn der Leser wird in alle mehr oder weniger geheimen Gedanken des gepeinigten Simons eingeweiht.
Gesprochen wird der Protagonist von dem Lieblingsschauspieler des Autors, nämlich Christoph Maria Herbst und der macht seine Sache wirklich hervorragend. Die Betonung der Worte stimmt perfekt, Dialoge mit anderen Menschen werden von Simon selbst nachgespielt, so dass man anhand der Stimmwahl gleich merkt, was Simon von der einen oder anderen Person hält. Teilweise weiß man so nicht, ob man Mitleid empfinden, den Kopf schütteln oder sich totlachen soll.
Der Text ist geprägt von unheimlich vielen Wortspielen, die es wert sind, sie sich zweimal durch den Kopf gehen zu lassen, und einem unglaublichen Wortwitz. Allerdings ist der Ton auch sehr umgangssprachlich und die Wortwahl erinnert manchmal eher an die eines 15jährigen als an die eines erwachsenen Mannes.
Fazit: Eine äußerst hörenswerte, zum Brüllen komische Geschichte.