Nero Wolfe ist Privatdetektiv und ein vernarrter Orchideenliebhaber. Eines Tages steht John R. Wellman vor seiner Tür. Seine Tochter Joan, eine erfolgreiche junge Frau, die als Lektorin arbeitete, wurde vor 17 Tagen in einem Park von einem Auto überfahren. Die Polizei glaubt, es wäre ein Unfall mit Fahrerflucht gewesen. Doch der Vater denkt, dass mehr dahinter steckt und so bittet er Nero Wolfe und seine Mitarbeiter den Fall zu untersuchen. Dabei stößt Nero auf einige interessante Tatsachen.
Ein Grund für John R. Wellmans Annahme, dass seine Tochter vielleicht ermordet wurde, ist ein Brief, den Joan ihm geschickt hatte. Darin berichtet sie von einem Mann namens Bert Archer, dessen Roman sie gelesen und abgelehnt hatte. Dieser Mann bot ihr an, sie zu bezahlen, wenn sie zusammen den Roman durchgehen und verbessern würden. Doch dann ist Joan tot.
Die Mitarbeiter versuchen daraufhin natürlich diesen Bert Archer ausfindig zu machen, doch er ist unauffindbar.
Dann fällt dem Privatdetektiv noch etwas auf: Vor einigen Monaten wurde ein junger Anwalt namens Leonard Dykes ermordet und in einen Fluss geworfen. Die Fälle scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben, doch dann erinnert sich Nero, dass in dessen Wohnung eine Liste mit scheinbar erfundenen Namen entdeckt wurde. Ein Name in dieser Liste lautete „Bert Archer“. Vermutlich gibt es hier eine Verbindung und die Privatdetektei forscht weiter.
Archie Goodwin, ein Mitarbeiter von Nero, gelingt es schließlich, eine heiße Spur zu finden, die ihn in ein kleines Schreibbüro führt. Doch bevor er die Mitarbeiterin befragen kann, wird sie aus dem Fenster geworfen. Das ist nun schon der dritte Mord und scheinbar gibt es eine Verbindung, doch welche? Die Detektive kommen nicht voran.
Anzeige Weitere Nachforschungen bestätigen nur noch die Vermutungen, die sie sowieso schon hatten und so entschließen sich Nero und Archie schließlich zu einem sehr ungewöhnlichen Schritt. Da sie scheinbar nicht weiterkommen, wollen sie die Mitarbeiter der Anwaltskanzlei, in der der erste Ermordete gearbeitet hat, noch einmal befragen. In der Hoffnung, die weiblichen, tratschfreudigen Angestellten würden vielleicht doch etwas wissen, was sie der Polizei bisher verheimlicht haben, laden sie die 16 Mädchen auf eine Orchideenparty ein. Der charmante Detektiv Archie Goodwin soll den hübschen Frauen dabei schmeicheln und versuchen bisher unbekannte Hinweise ans Tageslicht zu locken.
Das Buch „Orchideen für 16 Mädchen“ entstand bereits 1951 und gilt als ein Klassiker, der sogar schon verfilmt wurde. Die Hauptcharaktere sind Persönlichkeiten für sich. So der Chef der Privatdetektei Nero Wolfe, der den Beschreibungen nach ungefähr 3 Tonnen wiegen muss, einen eigenen Gärtner hat, der seine Orchideen pflegen darf und außerdem einen französischen, butlerartigen Koch. Nero scheint sein Haus nie zu verlassen, jagt dafür aber seinen Mitarbeiter Archie Goodwin ständig durch die Gegend und ärgert ihn mit seinem eigenartigen Humor. Dennoch verstehen sich beide ganz gut.
Die Krimigeschichte ist weniger eine Aktiongeschichte, sondern mehr eine Denkgeschichte. Der Leser erfährt, was in dem Kopf von Archie Goodwin vorgeht und wie die beiden Detektive gemeinsam das Puzzelstück der Morde zusammensetzen.
Der Teil mit der Orchideenparty erscheint in der heutigen Zeit etwas merkwürdig. Die 16 jungen Frauen der Anwaltskanzlei verhalten sich ein bisschen wie kleine Mädchen, die auf jedes noch so kleine Kompliment, das Archie ihnen macht, mit quietschendem Gekicher reagieren. Archie muss ein ganz heißer Typ sein, denn keine Frau kann seinem Charme widerstehen.
Die Dialoge werden von Peer Schmidt, Walter Richter, Ricarda Benndorf, Irmgard Förster, Alf Marholm, Josef Menertzhagen, Max Kellas und anderen gesprochen. Die Wörter werden dabei gut betont und man kann den Unterhaltungen recht gut folgen. Neben der Stimme gibt es auch diverse Hintergrundgeräusche auf der CD zu hören. Dies versetzt einen besser in die Situation und gibt das Gefühl, live dabei zu sein. Zwischen den einzelnen Kapiteln wird Jazzmusik eingespielt, die allerdings im Vergleich zu den Dialogen etwas zu laut erscheint. Das Hörbuch ist spannend, allerdings sind vier CDs ganz schön viel, um sie alle passiv voller Geduld und Spannung hören zu können.
Rex Stout Orchideen für 16 Mädchen Ein Fall für Nero Wolfe Patmos Verlag
Gelesen von Walter Richter, Peer Schmidt, Josef Meinertzhagen u.a.
4 CDs, 290 Minuten, 24,95 Euro
ISBN: 3491912342