Nur der Gedanke, dass seine Eltern in Lebensgefahr sind, hält den gescheiterten Hitman Hank Thompson am Laufen. So erledigt er weiter die Mordaufträge für seinen Boss David, während er sich daheim mit Pillen zudröhnt. Bis der junge Baseballstar Miguel in sein Leben tritt...
Hank Thompson hat die Schnauze voll. Wenn er nicht jemanden umlegen muss, dämmert er im Drogenrausch dahin oder träumt von seinen Opfern. Aussteigen kann er nicht, denn dann würde Davids Rache seine Eltern treffen, also schleppt er sich von Tag zu Tag weiter, verdrischt Leute oder erschießt sie.
Ein etwas anderer Auftrag bringt frischen Wind in Hanks trostloses Dasein. Er soll Babysitter für den jungen Miguel spielen, einen hochtalentierten, aber leider spielsüchtigen Baseballstar, dessen Schuldscheine David aufgekauft hat. Von Anfang an ist Miguel von Hanks hartem Machoauftreten tief beeindruckt. Gleichzeitig entwickelt auch Hank freundschaftliche Gefühle für den jungen Mann, der ihn an sich selber erinnert, bevor ein Unfall seine Karriere beendete.
Anzeige Aus dem „Prügelknaben“ und dem „Gejagten“ ist schließlich ein „gefährlicher Mann“ geworden. Der Abschluss der Trilogie um Hank Thompson, den ehemaligen Baseballstar und Gangster zeigt den Helden auf dem Höhepunkt seiner Karriere und gleichzeitig auf dem Tiefpunkt seiner menschlichen Existenz. Zusammen mit seinem „Kollegen“ Branko erledigt er die härtesten Jobs für seinen Boss, tötet, prügelt und leidet.
Wie schon in den Vorgängerromanen bleibt der Autor auch diesmal seinem Stil treu. Die Sprache ist lakonisch und trocken, der Schwerpunkt liegt auf der gnadenlosen Action. Dennoch ist eine deutliche Entwicklung festzustellen. Während der Prügelknabe noch eine mehr oder minder willkürliche Aneinanderreihung von Gewaltszenen war, sind nicht nur der Held sondern auch der Plot im dritten Teil „erwachsen“ geworden.
Das erkennt man zum einen an der vergleichsweise sehr viel ausgefeilteren Handlung, die diesmal auch mit einer psychologischen Entwicklung der Helden einhergeht. Zwar bleibt sich Huston insofern treu, als er nicht auf die comichafte Überspitzung verzichtet, gleichzeitig ist sein Held Hank inzwischen eine Figur mit einer Biographie und einem seelischen Eigenleben geworden, die besonders in der Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit in Form des jungen Baseballspielers Miguel an ihn herantritt.
Wer den „alten“ Hank mochte, mag dem Autor vorwerfen, sich zu sehr dem Mainstream angepasst zu haben, dennoch liest sich der „neue“ Hank wahrscheinlich für die meisten Leser angenehmer und auch emotional interessanter. Und natürlich muss niemand auf Gewalt, Leichen und Prügeleien verzichten, in die durchweg schräge Typen verwickelt sind.
Fazit: Hartes, aber weniger comichaftes Finale der Hank-Thompson-Trilogie