Wir wussten immer, dass wir nicht allein sind, und dieses Wissen teilen wir mit den Dämonen. Vor Urzeiten gab es ein Aufeinandertreffen zwischen den Rassen, während dessen der große Held der Dämonen, Leon Abbot, sein Volk retten konnte. Jetzt steht ein neues Aufeinanderprallen bevor, und Artemis Fowl ist mittendrin.
Alles beginnt in Barcelona, wo Artemis und Butler gleich zwei unerwartete Begegnungen haben, und beide sind gefährlich. Die erste findet mit einem Dämonen aus einer anderen Dimension statt, die andere mit einem Mädchen. Bei letzterer handelt es sich um die zwölfjährige Minerva Paradizo, die mit ihren Forschungen über Dämonen den Nobelpreis erringen will. Sie ist ein Genie, genau wie der inzwischen ehrlich gewordene Artemis, und damit hat er nicht gerechnet.
Der andere ist ein Teenager und Außenseiter der anderen Art, der Dämon No.1. Wie der Rest seines Volkes lebt er auf der Insel Hybras im Schatten des großen Dämonenretters Leon Abbot. Während um ihn herum seine Altergenossen die Mannbarkeit erlangen, will und will der Wechsel bei ihm nicht stattfinden. In ihm blitzt der Gedanke auf, dass er ein Magier sein könnte, doch davon will Abbot nichts wissen, denn seit dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Menschen und Dämonen sind die Magier ausgestorben. Die Wege der drei jungen ... Wesen kreuzen sich mit unerwarteten Folgen.
Mit dem fünften Band der Artemis Fowl-Reihe entführt der irische Erfolgsautor Eoin Colfer die Anzeige Leserschaft erneut mitten hinein in die Welt der Menschen und Unsterblichen. Dabei eröffnet Die verlorene Kolonie eine ganz neue Welt. Nachdem Menschen und Elfen es geschafft haben, mehr oder minder in Frieden miteinander zu leben, werden nun die ungleich wilderen Dämonen herangezogen. Ihre Kriegergesellschaft steht in einem lebendigen Kontrast zu der hochtechnisierten Elfenzivilisation, aber auch sie hat ihre Tücken, und das nicht nur für den wunderbar geschilderten Dämonenteenager No.1, der sich in einer Pubertät der wahrhaft dämonischen Art befindet.
Um das Gleichgewicht zwischen Dämonen und Menschen wiederherzustellen, muss sich die Belegschaft der ersten vier Bände versammeln, um der Gefahr die Stirn zu bieten. Der Leser darf sich auf ein Wiedersehen mit Butler, Holly, Fowley und natürlich Mulch Diggums freuen. Darüber hinaus ist auch die Handlung überaus ausgeklügelt und spannend und weist keine der Schwächen auf, die man dem vierten Band vorwerfen konnte. Nur dass Artemis jetzt endgültig auf der guten Seite steht, mag für manche Leser bedauerlich sein. Doch mit der ehrgeizigen Minerva gibt es auch für Artemis genügend neue Probleme.
Insgesamt ist Die verlorene Kolonie wieder ein Volltreffer, der die Fangemeinde des jugendlichen Superhirns zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird. Und mit seinen knapp 350 Seiten ist die Serie nach wie vor geeignet für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass dieser fünfte Band deutlich komplexer und ausgeklügelter ausgefallen ist als seine Vorgänger.
Fazit: Ein neuer Geniestreich um und von Artemis Fowl