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Break Point PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Tobias Fauth, am 23-03-2007 15:00
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Richard A. Clarke - Break Point USA im Jahre 2012, technologisch fortschrittlicher, aber auch abhängiger als jemals zuvor. Überraschende, verheerende Bombenanschläge auf Internet-Relaisstationen treffen das Land hart, der Zugang zum Internet ist zerstört, die USA abgeschnitten vom Rest der Welt, die Wirtschaft erschüttert und auch die militärischen Einheiten im Ausland können nur schwer Befehle erhalten. Zusätzlich wurden die Fiberglaskabel am Meeresboden durchgeschnitten und einem wichtigen Datenübertragungs-Satelliten wurde ein Code gesendet, der ihn dazu veranlasste, ohne Empfangsmöglichkeit im All zu
verschwinden. Wer konnte so etwas tun? Wie konnte das Gelingen und was waren die Motive?

Natürlich denkt man zuerst an die "üblichen" Terroristen. Schnell gerät jedoch China unter Verdacht, da es mit dem unglaublich schnell voranschreitenden technischen Fortschritt der USA nicht mithalten kann. Ferner ist es den Chinesen ein Dorn im Auge, dass die USA Taiwan bei seinen Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützen. Auch eine militärische Ernstfallübung von Seiten Chinas wird als potentielle Drohgebärde interpretiert. Nachdem man einen Zusammenhang auch mit vorangegangenen Anschlägen auf technische Einrichtungen vermutet, werden zusätzlich die militanten Transhumanismusgegner als potentielle Schuldige in Betracht gezogen, da diese dagegen ankämpfen, dass Gen- und Nanotechnik am Menschen eingesetzt werden und dessen Beschaffenheit nachhaltig verändern können.

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In der Öffentlichkeit scheint die China-These zu dominieren, das FBI widmet sich weitgehend der selben Richtung. Darum werden Susan Connor vom Nachrichtendienst IAC und Jimmy Foley, Detective vom New York Police Department, eingesetzt, um unabhängig zu ermitteln. Weitere Anschläge finden statt: So sterben am Tag des "Milliarden-Dollar-Frühstücks" sämtliche führende Köpfe von DARPA, der National Science Foundation und des National Institute of Health, nachdem ein Eindringling sich selbst und damit alles um ihn herum in die Luft sprengt. Darunter befindet sich eine Freundin von Susan Connor. Letztere verhindert einen weiteren Anschlag, auf das NASA Gelände in Kalifornien, wo SCAIF einen der drei Supercomputer beherbergt und auch Google ansässig ist. Ein Stromausfall im halben Land sorgt für eine weitere Katastrophe.

Schnell wird dem Leser klar, dass es sich hier um ein Komplott handelt, dessen Aufklärung sich sich höchst komplex gestaltet. Von Anfang an erlebt man die Katastrophe mit und wird von der Spannung gefesselt, sowie von immer wieder neuen Wendungen überrascht. Das einzige, was abschrecken könnte und manchmal etwas anstrengt, sind die vielen Fachbegriffe und Einrichtungen von Globegrid über SCAIF und Living Software etc. Allerdings zeigt das nur die enorme Kompetenz, die Richard A. Clarke bei dieser Thematik aufweisen kann, war er doch über drei Jahrzehnte lang im Weißen Haus, im Pentagon und im State Department als Berater für vier US-Präsidenten tätig und u.a. Leiter des Krisenstabs nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center.  Mit dem Problem der häufigen Unkenntnisse dieser Begriffe wird der Leser jedoch nicht allein gelassen, denn Susan Connor und Jimmy Foley wissen zum Glück auch nicht mehr darüber und lassen sich alles einzeln und verständlich erklären.

Beeindruckend ist auch der Einblick, den uns Richard A. Clarke in den technischen Fortschritt gibt. So dienen Hunderoboter als Assistenten, die andere Anrufen und sogar Tische reservieren können. Es gibt Supercomputer, eine Software, die bei der Verbindung mit dem Menschen von diesem lernen kann und sich selbst einstellt, sowie Schnittstellen zwischen Mensch und Computer, die Kranken helfen können. Dass all diese Entwicklungen nicht unwahrscheinlich sind, häufig sogar schon in Vorformen existieren, zeigt Clarke in einem lesenswerten Nachwort, das einen zum Staunen bringen kann. Weiterhin interessant ist, dass die Geschichte an heutige Themen anknüpft, wie das Problem im Irak, und echte Personen bekannt sind und erwähnt werden, darunter Bush, Clinton und Schwarzenegger. Clarke zeigt folglich eine potentielle Zukunft auf.

Fazit: Ein absolut lesenswertes und spannendes Buch, das ein getroffenes Amerika in einer sich zuspitzenden, politisch und ökonomisch dramatischen Situation im Wettlauf mit der Zeit zeigt. Die realistischen Darstellungen und Bezüge lassen sich diese Zeit und "Welt" leicht vorstellen, schildern jedoch eine durchaus beängstigende, da mögliche Zukunft.

Bibliographische Angaben


Richard A. Clarke
Break Point
Hoffmann & Campe
Februar 2007
316 Seiten, gebunden, EUR 19,95
ISBN: 3455400310

Klappentext

Terroranschläge auf den wunden Punkt des Westens: Im spektakulären neuen Thriller von Richard Clarke wird ein Alptraum wahr. Die USA - das bestgeschützte Land im Kampf gegen den Terror? Verheerende Bombenanschläge verweisen diese Überzeugung ins Reich des Aberglaubens. Die Terrorakte treffen Amerika an seiner Achillesferse, denn sie zerstören den Zugang zum Internet. Amerika abgeschnitten vom Rest der Welt, die Wirtschaft schwer getroffen, US-Militäreinheiten im Ausland kaum noch zu steuern: Die Bombenanschläge auf Internet-Relaisstationen an der Ostküste beschwören eine politische und ökonomische Katastrophe herauf. Eine Drohgebärde Chinas, damit die USA ihrem Bündnispartner Taiwan bei den Unabhängigkeitsbestrebungen die Unterstützung entziehen? Oder die Tat von militanten "Transhumanismus"-Gegnern, die verhindern wollen, dass Gen- und Nanotechnik die gottgegebene Ausstattung des Menschen verändern? Während Susan Connor und ihre Geheimdienstkollegen unter Hochdruck in alle Richtungen ermitteln, spitzt sich die politische Situation unerwartet und dramatisch zu.



Letztes Update: 23-03-2007 16:03

Veröffentlicht in : Buch, Krimi / Thriller
Schlüsselworte : Richard A. Clarke, Break Point, ISBN 3455400310, Terrorismus, USA, China, Technologie, Anschlag, carke
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