2006 war ein erfolgreiches Jahr für die Buchmesse in Leipzig. Mit 126.000 Besuchern wurde die Vorjahreszahl um 17% übertroffen. Mit mindestens ebenso vielen Besuchern rechnet man in diesem Jahr. Daher hat die Ausstellerzahl und Fläche um etwa 7% zugelegt, hauptsächlich mit kleineren und mittleren Verlagen.
Durch die größere Flächennutzung, eine gezieltere Anordnung, zusätzliche Eingänge und eine verbesserte Wegführung besonders zu den mehr als 1900 Veranstaltungen an über 300 Orten soll dasVerstopfen der Besuchermassen verhindert werden. Der Kinder-, Jugend- und Bildungsbereich wird auf die ganze Halle 2 ausgeweitet, auch die Halle 3 wird komplett genutzt. Rund 320 Lesungen, Workshops und Aktionen bietet die Buchmesse für das junge Publikum.
"Frühling, erwachen: Alles neu macht der März." lautet das diesjährige Motto der Buchmesse, die erneut namhafte Autoren zu Gast haben wird: Günter Grass stellt neue Lyrik und ein Essayband vor, der die ganze Diskussion und Polemik um seine Autobiographie "Beim Häuten der Zwiebel" aufgreift, die diesen Monat auch als Hörbuch erschienen ist. Martin Walser wird seinen 80. Geburtstag in Leipzig feiern.
Weitere Autoren sind: Tschingis Aitmatow, Dževad Karahasan, Louis Begley, William Boyd, Thomas Brussig, Tanja Dückers, Alexander Osang, Ingo Schulze, Liza Marklund, Montserrat Abelló, Christoph Hein, Wolf Biermann, Erich Loest, Franziska Gerstenberg, Sascha Lange, Clemens Meyer, Silke Scheuermann oder Johanna Straub, um nur einige zu nennen.
Angesagt haben sich darüber hinaus Wigald Boning, Heinz Rudolf Kunze und Ulrike Meinecke, die Schauspieler Hilmar Thate, Annekathrin Bürger und Dieter Mann, sowie der mittlerweile 103-jährige Johannes Heesters, der einen Erinnerungsband vorlegt. Für eine Gedenklesung für die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja konnte Iris Berben gewonnen werden.
In den vier Tagen der Buchmesse werden die Verlage vor allem ihr Frühjahrsprogramm präsentieren. Die Messe setzt jedoch auch eigene Themen, allen voran die Bildung und Leseförderung speziell in jungen Jahren, wobei man sich an Eltern, Schulen und außerschulischen Initiativen wendet.
Themenschwerpunkte werden neben der neuen deutschsprachigen Literatur die Literatur der ost-mitteleuropäischen Länder sein, wobei Slowenien dieses Jahr besonders in Erscheinung treten wird.
Auch der Leipziger Buchpreis, der mehr Einsendungen als jemals zuvor hatte, wird wieder vergeben. Die nominierten in der Kategorie Belletristik sind:
Werner Bräunig: Rummelplatz
Wilhelm Genazino: Mittelmäßiges Heimweh
Wolfgang Schlüter: Anmut und Gnade
Ingo Schulze: Handy, Dreizehn Geschichten in alter Manier
Antje Rávic Strubel: Kältere Schichten der Luft
Im Bereich Sachbuch/Essayistik sind es:
Saul Friedländer: Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945
Josef Haslinger: Phi Phi Island - Ein Bericht
Günther Rühle: Theater in Deutschland 1887-1945. Seine Ereignisse - seine Menschen
Bernd Stöver: Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 - 1991
Christina von Braun: Stille Post. Eine andere Familiengeschichte
Außerdem wird der Preis in der Kategorie Übersetzung vergeben, sowie der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, der dieses mal geteilt wird: Er geht an den deutschen Historiker Gerd Koenen und den russischen Philosophen und Publizisten Michail Ryklin.
Anzeige Was natürlich auch dieses Jahr nicht fehlen darf, sind die Lange Leipziger Lesenacht als Plattform für den Nachwuchs, die ProsaPrognosen und die Leseinsel für kleine unabhängige Verlage.
Als Vorschau auf das nächste Gastland der Frankfurter Buchmesse im Herbst geben sich katalanische Lyriker und Schriftsteller in Leipzig die Ehre. Neben den Lesungen gehören auch Filme und Konzerte zum umfangreichen Programm.