Wir schreiben das Jahr 2006. Die Welt ist durch eine gigantische Mauer in zwei Hälften geteilt, die euroasiatische Seite, in der Reichtum und Fortschritt verbreitet sind, und die restliche Welt, darunter auch Amerika, in der die Bevölkerung in Armut und Elend lebt. Eine Flucht aus der verarmten Welt hinein in Reichtum und Fortschritt ist legal nicht zu erreichen.
Verdeckte Ermittler, die für die stasiähnliche Organisation Ashcroft ermitteln, ermöglichen eine Welt, in der Verbrecher auf dem schnellsten Weg aus dem Verkehr gezogen werden und so Verbrechen teilweise schon im Vorfeld verhindert werden können.
Max Schwarzwald ist einer der Ashcroft-Ermittler. Offiziell führt er in Paris das deutsche Restaurant „Chez Max“, welches von Ashcroft mitfinanziert wird. Sonst zieht er durch sein Gebiet, sucht nach Fehltritten seiner Nachbarn und stimmt sich mit seinem Partner Chen Wu, dem Top-Agenten von Ashcroft ab. Max sieht sich in der Position endlich mal wieder einen Verbrecher ans Messer zu liefern, um seine Position neben Wu zu verbessern, als ihm die illegalen Machenschaften eines engen Freundes auffallen. Kurzerhand liefert er seinen Freund den Behörden aus.
Anzeige Nach diesem wenig ruhmreichen Erfolg sieht sich Max in der Position seine Handlung gegenüber seinem Partner rechtfertigen zu müssen. Nachdem eine andere Organisation ein Gebäude in Wus Bereich überwachen lässt, gerät Wu mit in den Zirkel der Verdächtigen, zumindest für Max. Er verstrickt sich in seiner Eifersucht und seine Idee, Wu sei ein Menschenschmuggler. Schließlich eskalier die Situation als Max und Chen Wu sich zu einem klärenden Gespräch treffen.Arjouni verarbeitet in seinem Roman eindeutig die Reaktionen der Welt auf den 11. September und die damit einsetzende Panik vor Terrorismus. Die Massenhysterie lässt die Welt wieder in einen Zustand wie kurz nach dem 2. Weltkrieg verfallen, in dem eine Mauer vor dem Bösen schützen soll und eine Geheimorganisation dafür sorgt, dass Doppelagenten ihre Mitmenschen bespitzeln. So ergibt sich eine futuristische Realsatire, die auf geschichtlichen Begebenheiten basiert.
Leider schießt Arjouni jedoch etwas über das Ziel hinaus, indem er zum einen seine Charaktere nicht deutlich genug zeichnet und zum anderen in seine Zukunftsvision BoWaLus (ähnlich einem Amphibienfahrzeug) und Sexomaten einfließen lässt. Das ist doch etwas zu viel den Guten.