Was bleibt, wenn ein geliebter Mensch stirbt? Was passiert mit denen, die alleine zurück bleiben – in einem Leben, dass sie sich ganz anders vorgestellt haben? Sophie erfährt all das am eigenen Leib, als ihr Mann Ethan an Krebs stirbt, der Mann, der ihre große Liebe war und mit dem gemeinsam sie noch so unendlich viele Pläne für die Zukunft hatte. Nun ist das alles vorbei. Wird nie wiederkommen.
Sophie stürzt tiefer und tiefer. Die Marketingfachfrau, bislang immer recht erfolgreich im Beruf, verliert jeden Spaß an ihrer Arbeit, verfällt in Depressionen, die sie eines Tages so weit bringen, dass sie in Pantoffeln und im Morgenmantel im Büro erscheint. Hilfe von außen will die Frau Mitte 30 zunächst nicht annehmen, aber irgendwann geht es nicht weiter, irgendwann benötigt sie Hilfe.
Aber erst als Sophie erkennt, dass sie es sich selbst wert sein muss zu leben, kann sie tatsächlich etwas an ihrer Situation ändern. Sie beschließt, das gemeinsame Haus zu verkaufen und an einem anderen Ort noch einmal neu zu beginnen. Dort lebt zudem ihre beste Freundin mit ihrer kleinen Tochter. Die beiden können Sophie anfangs Halt und Kraft geben.
Bald schon erkennt Sophie ganz neue Seiten an sich und beginnt ein Leben, das so unterschiedlich zu ihrem „ersten Leben“ ist, wie man es sich nur vorstellen kann. Und auch ein neuer Mann tritt ganz zaghaft, aber mit großen Gefühlsaufwallungen verbunden, in ihr Leben. Ob Sophie die Trauer um Ethan besiegen kann?
Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist immer ein einschneidender Punkt im Leben. Plötzlich hat man das Gefühl, dass das Denken aufhört und alles, was man irgendwo einmal für sich geplant hat, keine Existenzberechtigung mehr hat. Später kommen noch größere Zweifel hinzu. Darf man wirklich glücklich sein, obwohl der geliebte Mensch nun tot ist? Selbstzweifel über Selbstzweifel...
Vielleicht kann das Buch von Lolly Winston ein wenig dazu beitragen, nach dem Verlust eines geliebten Menschen etwas hoffnungsvoller in die Zukunft zu blicken. Es erfasst zum einen wirklich gut diese tiefe Trauer, die man empfindet, aber es zeigt auch – ohne immer wieder den Punkt „Zeit heilt alle Wunden“ anzusprechen – dass es tatsächlich eine Zukunft jenseits des Todes dieses Menschen geben kann. Und dass man dabei sogar glücklich werden kann, ohne den geliebten Toten dabei zu verraten…
Ein Buch nicht ohne Tiefgang und doch leicht und ohne Zeigefinger geschrieben!