spacer
spacer
Logo



 
Hauptmenü
Startseite
Suche
Buch
Hörbuch
Film zum Buch
Vorschau
Videos
Magazin & Interviews
Autoren
Verlage
Forum
News
Service
Branchenbuch
Extras
Shop
Newsletter
Mediadaten/Werbung
Impressum
Newsletter
Wöchentliche Buchtipps, Buchpakete gewinnen & Neuigkeiten - Hier abonnieren

Hinweise zum Newsletterversand
Zu Google hinzufügen
Fügen Sie die literature.de-Rezensionen zu iGoogle hinzu
 

Startseite arrow Buch arrow Ihr Video online

Gabriel García Márquez PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von T. Fauth, am 06-03-2007 08:00
Editorbewertung Keine Bewertung
Durchschnittliche Benutzerbewertung 10/10   (1 Stimme)
Favoriten 66

Gabriel García MárquezGabriel García Márquez wird 80 - Zeit für ein Resümee

Gabriel José García Márquez wurde am 6. März 1927 in Aracataca, einem kleinen Ort an der kolumbianischen Karibikküste - später als das Macondo des Romans Hundert Jahre Einsamkeit in die Literaturgeschichte eingegangen -, als ältestes von 16 Kindern geboren. Kindheit und Jugend von García Márquez waren geprägt von seinen Großeltern, bei denen er bis zu seinem achten Lebensjahr blieb. Sein Großvater, der Liberale und ehemalige Oberst Nicolás Ricardo Márquez Mejía, war ein großartiger Geschichtenerzähler und seine Großmutter, Tranquilina Iguarán Cotes, konnte vorzügliche phantastische Geschichten erfinden. Weiterhin wurde der junge Gabito vom bunten Leben der Tropen und den ärmlichen Lebensverhältnissen, in denen er aufwuchs, beeinflusst.

All dies, verknüpft mit persönlichen Erfahrungen und historischen Ereignissen, findet sich in seinem Werk wieder: in den Geschehnissen der Erzählungen und Romane. In Die Liebe in den Zeiten der Cholera zum Beispiel schildert er die unvergessliche Liebesgeschichte seiner Eltern, in Chronik eines angekündigten Todes den Mord an seinen Freund Cayetano Gentile Chimento. "So lehrte mich das Leben selbst, dass es fürs Schreiben sehr nützlich ist, die Hieroglyphen der Realität entziffern zu lernen", sagt García Márquez in seiner AutobiographieLeben, um davon zu erzählen.

Nach dem Tod des Großvaters zieht García Márquez 1935 zu seinen Eltern nach Barranquilla. Trotz früher Liebe zur Literatur und seinem offensichtlichen Talent zu schreiben, beginnt er - dem Wunsch seiner Eltern entsprechend - nach seinem Abitur 1946 ein Jurastudium in Bogotá. Während dieser Zeit schreibt er schon für viele lokale Zeitungen, u.a. für "El Espectador" in Bogotá, wo seine ersten Erzählungen erscheinen. Aufgrund blutiger Unruhen schließt die Universität in Bogotá und García Márquez wechselt nach Cartagena. Dort studiert er jedoch nur nebenher, ehe er Ende 1949 sein Studium aufgibt und sich ganz dem Schreiben zuwendet. Er beginnt seine legendäre Kolumne La jírafa (Die Giraffe), wird Chefredakteur der Wochenzeitung "Crónica", arbeitet an weiteren Erzählungen und den ersten Romanen. 1951 gründet er die Zeitung "Comprimido", 1953 wird er Chefredakteur von "El Nacional" in Barranquilla, wo er auch Kontakt mit den Intellektuellen und Literaturbegeisterten der "Gruppe von Barranquilla" hat. Einer davon ist Ramón Vinyes, Spitzname: "el Catalán" - der selbe, der auch auf den letzten Seiten des berühmtesten Werks García Márquez',Cien años de soledad, auftaucht.

Erste Erfolge, Skandale und Verarmung

Aufgrund seiner brillanten Reportagen ist er bald ein Star-Journalist und gewinnt mit einer seiner Erzählungen einen nationalen Literaturwettbewerb. Trotz dieser Erfolge lehnt der Verlag Losado in Buenos Aires seinen Roman Laubsturm (1955) ab und rät ihm gar, das Schreiben aufzugeben. Laubsturm wird dennoch veröffentlicht, und schon hier erscheinen zwei Elemente, die in seinen Folgewerken immer wieder auftreten werden: der alte Oberst und die Bananengesellschaft.

1955 löst García Márquez einen nationalen Skandal aus: Seine Reportage Bericht eines Schiffbrüchigen kompromittiert die Regierung des Diktators Rojas Pinilla, woraufhin er als Korrespondent für "El Espectador" nach Europa geschickt wird - natürlich zum Schutz. Es folgen Aufenthalte in Italien, der Schweiz, Polen, Frankreich, der DDR, der Tschechoslowakei und der UDSSR, wobei er zwischenzeitlich verarmt, da "El Espectador” - auch aufgrund seiner Reportage - von der Regierung verboten wird.

Anzeige
1959 erblickt Sohn Rodrigo das Licht der Welt. Nach der Fertigstellung seines Romans Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt (1961) und dem Ende der Regierung Pinillas, zieht es ihn zurück nach Lateinamerika, zunächst nach Venezuela, wo er erneut für diverse Zeitungen arbeitet und Mercedes Barcha Pardo heiratet, ehe er über Kuba nach Mexiko gelangt. Sein Roman Die böse Stunde (1962) entsteht, der dann auch den ersten Preis beim ESSO-Literaturwettbewerb gewinnt. Weiterhin arbeitet er für verschiedene Zeitungen in Kuba und Mexiko. 1962 wird sein Sohn Gonzalo geboren. Des Weiteren erscheinen die acht Erzählungen Das Leichenbegräbnis der Großen Mama und García Márquez arbeitet mit Carlos Fuentes am Drehbuch zu Der goldene Hahn. Weitere Drehbücher und Filmarbeiten folgen.

Das große Werk

1967 gelingt mit Hundert Jahre Einsamkeit der literarische Durchbruch. Die vorangegangenen Werke zeigen sich hierbei nur als Vorläufer für dieses große Projekt. Viele der Symbole erscheinen erneut und füllen Macondo - ein Ort, an dem das Unwahrscheinliche und Magische nicht weniger real ist als das Alltägliche, Gewöhnliche und Logische - mit Leben und das Dorf spiegelt die Geschichte Lateinamerikas. Mit einer weltweiten Auflage von weit über 10 Mio. Exemplaren macht dieser Roman Gabriel García Márquez zum meistgelesenen lateinamerikanischen Autor. Nach der Übersiedlung nach Barcelona veröffentlicht dort kein geringerer als Mario Vargas Llosa die erste umfassende Studie zum Leben und Werk von García Márquez. 1972 erscheint der Band Die unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Eréndira und ihrer herzlosen Großmutter. García Márquez erhält den Romulo-Gallegos-Preis, dessen Preisgeld er der venezolanischen Linkspartei "Mas" übergibt.

1974 zieht er zurück nach Mexiko, wo er sogar als geheimer Botschafter bei Konflikten im karibischen und zentralamerikanischen Raum vermittelt. So freundet er sich mit mehreren amtierenden und Ex-Präsidenten Lateinamerikas an. Ein Jahr später erscheint der Roman Der Herbst des Patriarchen. Gabriel García Márquez bezieht Position gegenüber Pinochet: Er will kein literarisches Buch mehr veröffentlichen, solange der General in Chile an der Macht ist. García Márquez, mit Fidel Castro befreundet, wird zum Anwalt der kubanischen Revolution.

1978 gründet er die Stiftung "Habeas" für die Verteidigung der Menschenrechte und den Schutz und die Befreiung der politischen Gefangenen in Lateinamerika, in deren Auftrag er mit dem Papst und dem spanischen König zusammentrifft. Weitere humanitäre Missionen folgen. Im März 1981 flieht García Márquez nach Mexiko ins politische Asyl. Man hat ihn mit einer Guerillagruppe und kubanischem Waffenschmuggel in Verbindung gebracht und die kolumbianischen Militärs drängen auf Verhaftung. García Márquez erklärt, seine Freundschaft mit Fidel Castro sei der Grund für die Anschuldigungen.Chronik eines angekündigten Todes erscheint, obwohl Pinochet nach wie vor an der Macht ist. García Márquez erklärt später, chilenische Freunde hätten ihn bewogen, seinen Schwur zu brechen.

Stockholm winkt

1982 sitzt Gabriel García Márquez in der Jury beim Filmfestival in Cannes, erhält den kubanischen Felix-Varela-Orden und den mexikanischen Aguila Azteca. Im Dezember wird er mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Das dabei erhaltene Preisgeld investiert er in “El Otro”, eine neue kolumbianische Tageszeitung.

1984 dann die Rückkehr nach Kolumbien, wo im Folgejahr Die Liebe in den Zeiten der Cholera erscheint, die Geschichte einer Liebe, die die Zeit und das Lebensalter überdauert. Der spanische Verlag Bruguera erhält die Rechte nur unter der Bedingung, dass er ausstehende Honorare begleicht. Über 70 Autoren profitieren davon. Im selben Jahr verfilmt Francesco Rosi Chronik eines angekündigten Todes.

1986 bricht die Freundschaft zwischen Gabriel García Márquez und Mario Vargas Llosa, nachdem Llosa Márquez als "Höfling Castros" bezeichnet hat. Entsprechend dieser Feindschaft spalten sich die Intellektuellen Lateinamerikas in zwei politische Lager.

García Márquez tritt bei Frieden- und Abrüstungsgesprächen auf und unterstützt den Aufbau der Internationalen Hochschule für Film und Fernsehen in Kuba. Sein Roman Der General in seinem Labyrinth erscheint. 1992 übernimmt er die Leitung einer Nachrichtensendung des kolumbianischen Fernsehens, 1994 gründet er eine internationale Journalistenschule, die “Fundación de Nuevo Periodismo Iberoamericano” (FNPI), in Cartagena. Der Roman Von der Liebe und anderen Dämonen wird veröffentlicht.

1998 erscheint die Biografie Reise zum Ursprung von Dasso Saldívar. Erst vier Jahre später folgt ein neues Werk von García Márquez, der erste Band seiner Autobiographie Leben, um davon zu erzählen. 2004 erscheint sein bisher letzter Roman mit dem Titel Erinnerung an meine traurigen Huren, den es seit letztem Jahr auch als Hörbuch gibt.

"Berstend voll von Geschichten und Legenden, Realismus und Mythos miteinander verflechtend, ein illusionsloser Schilderer der Menschennatur, aber zu ironisch, um ein Misanthrop zu werden, hat García Márquez, der sich selbst nicht zu den Intellektuellen zählt, das seltene Kunststück fertig gebracht, die Achtung der Literaten und gleichzeitig die Liebe einer weltweiten Leserschaft zu gewinnen" (Dieter E. Zimmer, DIE ZEIT).

Am 6. März 2007 wird der größte Autor Lateinamerikas 80 und man kann nur hoffen, dass er dem Alter trotzen und uns noch einige wunderbare Roman schenken wird.

Werke

 

  • Laubsturm (1955)
  • Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt (1961)
  • Die böse Stunde (1962)
  • Hundert Jahre Einsamkeit (1967)
  • Der Herbst des Patriarchen (1975)
  • Chronik eines angekündigten Todes (1981), Hörbuch (2007)
  • Die Liebe in den Zeiten der Cholera (1985)
  • Der General in seinem Labyrinth (1989)
  • Von der Liebe und anderen Dämonen (1994)
  • Leben, um davon zu erzählen (2002)
  • Erinnerung an meine traurigen Huren (2004)

 

Weiteres



Letztes Update: 08-03-2007 09:42

Veröffentlicht in : Magazin, Specials
Schlüsselworte : García Márquez, Einsamkeit, Kolumbien, Lateinamerika, Nobelpreis
Artikel zitieren Zu meinen Favoriten hinzufügen An Freund senden Ähnliche Themen

Benutzerkommentare (1) RSS feed Kommentar
10/10
Geschrieben von Stardust, am 08-04-2008 16:39, , Registriert
1. Gelungen
Rundes und detailliertes Resümee eines bewegten Lebens; spannend, unterhaltsam und interessant zu lesen.
 
» Diesen Kommentar dem Administrator melden
» Antworte auf diesen Kommentar...

Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu



mXcomment 1.0.6 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< Zurück   Weiter >
spacer
Suche
Anzeige
Ihr Buch im Blickfeld des Lesers - Weitere Informationen
Anmeldung
Warum anmelden?
Mehr erfahren...
Statistik

9.412 Rezensionen, 1.534 Autorenporträts,  1.956 Clubmitglieder, uvm.

Wer ist Online
Aktuell sind 486 Gäste online und 2 Mitglieder online
Anzeige


Hörbücher hier herunterladen!

Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  Blog  |  FAQ  |  Werben auf literature.de  |  Presse  |  Jobs  |  RSS-Feeds

Partner: frueherlesen | blaetterrauschen | Zu Google hinzufügen

© 1998-2008 literature.de - literaturschau-mediendienst und content-newmedia.de  |  litstats

Alle Rechte vorbehalten - kein Teil der Inhalte darf auf anderen Seiten / in anderen Medien ohne Zustimmung von literature.de verwendet werden!

Empfehlungen:

spacer