Was tun, wenn eine jüngere dir den Mann ausspannt? Wenn du partout keinen Job findest, egal was du tust? Wenn die Familie nervt und du den Chef, der dir vor die Nase gesetzt ist, auf den Tod nicht leiden kannst? Die Antwort ist einfach – Mord, und zwar je fieser, desto besser!
Der alte Spruch, dass Schadenfreude die reinste Freude ist, bewahrheitet sich im wirklichen Leben ebenso wie in der Literatur. Bücher wie Kiss Kiss, Hackepeter oder Der Mitternachtswürger haben es vorgemacht, jetzt rechnet die deutsche Autorin Susanne Henke in fünfzehn bösen Kurzkrimis mit ihren unliebsamen Mitmenschen ab. Die Geschichtensammlung beginnt amüsant, und enthält mit Stories wie „Sport ist Mord“ oder „Künstlerpech“ amüsante Ausflüge in die Welt des Verbrechens, doch insgesamt ist der Aufbau der Geschichten zu gleichförmig, um auf lange Sicht zu überraschen.
Keine der Geschichten ist länger als vier oder fünf Seiten, und alle bauen auf einem Überraschungsmoment auf, das im letzten Absatz die unerwartete Wendung bringt. Mit so einem Konzept muss man sparsam umgehen, sonst nutzt es sich ab, und genau das passiert der Autorin. Irgendwann ist einfach klar, dass ein Mord oder ein unerwarteter Todesfall geschehen wird, und dass es wahrscheinlich um einen „betrogenen Betrüger“, bzw. einen „ermordeten Mörder“ gehen wird.
Ähnliche Parallelen lassen sich auch im Stil der Autorin erkennen: Alle Geschichten bevorzugen einen schnellen, knappen Satzbau, der dem Thema des ironisierenden Mordes zwar gerecht wird, den man sich aber von Zeit zu Zeit variiert gewünscht hätte. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Geschichten Henkes durchaus Potential aufweisen, und wenn zu dem Ideenreichtum der Mut kommt, eigene Wege zu gehen anstatt in den Fußstapfen großer Vorbilder wie Roald Dahl zu wandeln, dann wird man von dieser Autorin sicher mehr hören.
Fazit: Amüsante, aber nicht einzigartige Geschichten um Mord und Totschlag