Antje Rávic Strubel, 1974 geboren, studierte nach einer Buchhandelslehre Amerikanistik, Psychologie und Literaturwissenschaften in Potsdam und New York. Sie wurde u.a. mit der Roswitha-Medaille der Stadt Gandersheim ausgezeichnet und erhielt den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Sie veröffentlichte die Romane »Offene Blende«, »Unter Schnee«, »Fremd Gehen. Ein Nachtstück« sowie »Tupolew 134«. Das dem Roman zugrunde liegende Hörspiel »Kältere Schichten der Luft«, Deutschlandfunk, wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste als »Hörspiel des Monats, Dezember 2005« ausgezeichnet.
Ein Kanu-Camp in Schweden. Hier arbeiten Aussteiger, Abenteuersuchende, Arbeitslose und Naturfreaks. Für einige Sommerwochen retten sie sich in eine kulturferne Landschaft. Auch Anja hat sich aus ihrem deutschen Kleinstadtalltag geflüchtet. Sie sucht Ruhe, doch sie wird überrascht von einer Leidenschaft: Eines Tages steht eine fremde, junge Frau am See und legt Anja die Arme um den Hals und entführt sie in ein unbewohntes Haus. Sie gibt ihr den Namen ihres verlorenen Geliebten, des Schiffsjungen Schmoll. Doch der Zauber, die nachgeholte Unschuld dieser ersten Liebe, wird bald vergiftet durch den Argwohn und die Übergriffe der Campbewohner. Angst und Verstörung bedrohen nicht nur die Phantasien, sondern auch die Realität der beiden Frauen. Aus Aggression wird schließlich tödliche Gewalt.
»Strubels erzählerisches Talent steht außer Zweifel. Die knappen, schnörkellosen Sätze verdichten sich zu einer Prosa voller Zauber.«
Alexander Kosenina, FAZ, 1.3.2002