Der Pulitzer Preisträger J.R. Moehringer, geboren 1966 in New York, arbeitet als Reporter bei der Los Angeles Times und schreibt normalerweise 10.000-Zeichen-Storys über Schwarze in Amerika, Obdachlose oder Kinder in Not. Sein erstes Buch "Tender Bar" erzählt eine Geschichte über ein bitteres Kinderschicksal.
Es ist die Geschichte über ihn selbst. Wie ein Journalist berichtet er über sein eigenes Leben, als wäre es nur eines seiner Themen. Dafür recherchierte Moehringer nach seiner eigenen Vergangenheit, führte Interviews mit Leuten aus seinem Umfeld und so gelang ihm eine authentische Darstellung seines eigenen Schicksals: Das eines vom Vater verlassenen Knaben, dessen einziges Glück es ist, eine zwar völlig mittellose, aber mutige und liebevolle Mutter zu haben, die allein ihn aber nicht glücklich macht.
Anzeige "Da ist eine tiefempfundene Einsamkeit. Eine Verwirrung darüber, wer ich eigentlich bin. Es fühlt sich so an, als wäre die Hälfte dessen, was mich ausmacht, ein großes Rätsel. Und das erzeugt einen gewissen Hunger nach Leben - naja, in meinem Fall eher einen gewissen Durst. Aber ich kenne genausogut auch die Angst vor dem Leben."
Die einzige Verbindung zu seinem Vater, ein New Yorker Radio-Moderator, Säufer und Schläger, stellt die Stimme im Radio dar. Als diese eines Tages ausbleibt, gerät Moehringer in Verzweiflung an seinen Onkel Charly und findet in dessen Bar neue männliche Stimmen. Der achtjährige Junge wird aufgenommen, die Männer werden zu einer neuen Familie, die Bar zur neuen Heimat. Nach seinem Auszug von zu Hause wird die Bar immer wieder Zuflucht vor dem Schmerz, der Enttäuschung, der Ablehnung und dem Scheitern - eine Flucht vor der Realität.
"Tender Bar" ist ein Buch über die Folgen der Vaterlosigkeit, wie J.R. Moehringer sie erlebt hat: "Was ich erzähle, ist 100-prozentig wahr. Ich habe es bis ins letzte Detail recherchiert." So scheut er auch nicht davor zurück, seine selbst erlebte Alkoholsucht und deren Abgründe zu schildern. Mehrere Zeitungen und Zeitschriften in Amerika haben "Tender Bar" zum Buch des Jahres gekürt. 2005 hat sich Scott Rudin die Filmrechte an diesem Werk gesichert.
Zum Buch
Eine Bar ist vielleicht nicht der beste Ort für ein Kind, aber bei weitem nicht der schlechteste. Vor allem das »Dickens« nicht, mit seinen warmherzigen und skurrilen Figuren: Smelly, der Koch, Bob der Cop mit seiner dunklen Vergangenheit oder Cager, der Vietnam-Veteran. Für den kleinen JR, der alleine mit seiner Mutter wohnt, sie alle sind bessere Väter als seiner es jemals war. JR wird erwachsen, und erfüllt sich seinen Traum: er geht nach Yale. Die Bar wird JR sein Leben lang begleiten. Dort hört er zum ersten Mal Sinatra, sieht Baseballspiele im Fernsehen, und trinkt sein erstes Bier. Und bekommt all das, was er braucht: Mut, Zuversicht und die Gewissheit, dass es nicht immer nur die Guten oder die Bösen gibt, dass Bücher Berge versetzen können und dass man an gebrochenem Herzen nicht stirbt.
Ein abwechselnd herzzerreißender und urkomischer Roman über tapfere Kinder, mitfühlende Männer und starke Mütter. Und darüber, dass Träume auch wahr werden können - wenn man für sie kämpft.