Der Sonntag ist für Tom und seine Eltern eigentlich ein ruhiger Tag. Aber dauernd klingelt es an der Tür. Da niemand draußen steht, glaubt Toms Vater, dass Kinder Klingelmännchen spielen. Und doch ist jemand draußen. Das kann aber nur jemand erkennen, der Geister sehen kann, so wie Tom. Es ist Mildred Rasselstaub, die da immer wieder klingelt. Sie kommt wegen des Jobangebots in der „Täglichen Petze“. Genau wie Toms Geist Arthur möchte auch sie ein Unsichtbarer Freund werden.
Arthur hat tatsächlich inseriert. Er möchte den zukünftigen Unsichtbaren Freunden Unterricht geben. Tom lässt sich breitschlagen, Mildred darf bleiben. Allerdings muss sie auf dem Boden wohnen. Am nächsten Tag kommt sie mit Tom und Arthur in die Schule mit. Endlich hat Tom einmal seine Ruhe, weil Arthur ja Mildred anlernen muss. Der erste Tag läuft ganz gut. Am Abend trifft Tom in seinem Zimmer auf einen Poltergeist, der sämtliche von ihm geklaute Socken zurückgebracht hat. Es ist ein ganzer Berg, sogar Babysocken sind darunter. Der Poltergeist möchte, dass Tom bei Arthur ein gutes Wort für ihn einlegt, denn auch er möchte ein Unsichtbarer Freund werden.
Anzeige So zieht auch Tike auf dem Dachboden ein. Am nächsten Tag geht Tom mit drei Geistern im Schlepptau in die Schule. Am Abend steht ein Thesper vor der Tür. Er ist der nächste Anwärter. In der Nacht wird Tom noch von einem Schreigeist erschreckt. Auch er will ein Unsichtbarer Freund werden. Ihn will Tom aber auf keinen Fall im Haus haben, auch nicht auf dem Dachboden. So muss der Schreigeist mit dem Gartenschuppen vorlieb nehmen. Alle Geister begleiten Tom am nächsten Morgen in die Schule. Die Ausbildung wird fortgesetzt. Tinten-Bill, der den zukünftigen Unsichtbaren Freunden einen Vortrag halten soll, erscheint allerdings nicht. Während Tom am Unterricht teilnimmt, durchsuchen die Geister die Schule, jedoch ohne Erfolg.
Auch in den Nachrichten kommt eine seltsame Meldung. Sämtliche Münzen aus den Wunschbrunnen sind verschwunden. Tom hört außerdem, dass es um die Sockenfirma seines Vaters schlecht steht. Scheinbar kaufen die Leute keine neuen Socken mehr. Und auch auf der Burg, wo seine Mutter in einem Teeladen arbeitet, bleiben die Besucher aus. In der „Täglichen Petze“ kann man auch Beunruhigende nachlesen. Nicht nur Tinten-Bill ist verschwunden, sondern auch viele andere Geister. Irgendetwas Merkwürdiges geht hier vor. Und Tom muss zusammen mit den Unsichtbaren Freunden herausfinden, was es ist.
Das Buch ist überaus witzig und ganz wunderbar zu lesen. Man wird in eine Geisterwelt gezogen, die ganz anders ist, als man es sich vorstellen könnte. Die Autorin geht also ein Stück weit weg von den gängigen Klischees. Dabei spielen die unterschiedlichsten Geister eine Rolle. Diese sind so gut beschrieben, dass man sie sich ohne Probleme vorstellen kann. Die Autorin ist hier überraschend einfallsreich. Die „guten“ Geister sind auch kaum gruselig, obwohl sie schon Eigenschaften haben, die eine Gänsehaut verursachen. Tom ist da allerdings nicht zu schocken. Die Geister, die Unsichtbare Freunde werden wollen, erinnern fast schon an Schutzengel, neigen aber auch dazu, sich richtig daneben zu benehmen.
Geschrieben ist die Geschichte mit sehr viel Humor. Toms Eltern oder seine Mitschüler sehen ja die Geister nicht, auch wenn manche es schaffen, sich ein wenig zu materialisieren. Es entstehen dadurch sehr viele irrwitzige oder auch zum Brüllen komische Situationen.
Arthur und seine Freunde müssen sich sehr ins Zeug legen und einiges wagen, um die Sache mit den verschwundenen Geistern aufzuklären. Die Autorin macht es richtig spannend, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.
Louise Arnold Arthur Unsichtbar und das Geheimnis der verschwundenen Geister Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
mit Vignetten von Brett Helquist
Fischer Schatzinsel
Februar 2007
368 Seiten, gebunden, 13,90 Euro
ISBN: 3596852048