Es ist ein düsteres Geheimnis, was sich hinter manchen Schlafzimmertüren abspielt. Wer weiß das besser als der smarte Scheidungsanwalt Robin Allbeury. Jedoch hat nicht jede Frau den Mut und die Mittel, seine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Für all diese hält Robin einen speziellen Service bereit. Doch nicht jeder glaubt an seine Uneigennützigkeit.
Staranwalt Robin Allbeury und Privatdetektiv Mike Novak sind eine seltsame Allianz eingegangen. Gemeinsam helfen sie verzweifelten Frauen aus ihrer Ehehölle. Novak stellt den Kontakt her, Robin versorgt sie mit den nötigen finanziellen Mitteln, notfalls außerhalb der Legalität. Doch ihr menschenfreundliches Unterfangen droht zusammenzubrechen, als eine ihrer Klientinnen ermordet aufgefunden wird. Zwar wird der Ehemann sofort festgenommen, doch die ermittelnde Kommissarin ist von Allbeurys Menschlichkeit nicht überzeugt.
Dennoch lässt Robin sich nicht von seinem Kurs abbringen. Als Mikes Frau Clare ihn auf das Schicksal von Joanne Patston und ihrer kleinen Tochter Irina aufmerksam macht, nimmt er umgehend Kontakt mit der verängstigen Frau auf. Doch erst die populäre Fernsehköchin Lizzie Piper lässt seine professionelle Distanz bröckeln. Nach außen hin ist sie eine glückliche Ehefrau und Mutter, doch Robin hat gelernt, die Zeichen zu lesen, und tatsächlich verbirgt Lizzies Mann vor der Welt düstere Vorlieben.
Anzeige Eines muss man Hilary Normans Roman Blankes Entsetzen lassen: Er ist Spannung pur. Auch wenn die klassische Thrillerhandlung sich die Aufmerksamkeit des Lesers mit der Schilderung der Ehehöllen von Joanne und Lizzie teilen muss, bleibt der Leser gefesselt, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Autorin sich um eine facettenreiche Darstellung ihrer Figuren bemüht. Zwar leiden diese Frauen unter ihren Männern, doch auch diese sind nicht nur Monster und zumindest der Versuch einer Erklärung für ihr Handeln wird gewagt.
Spannung knüpft sich aber vor allem an die Figur des Anwalts Robin Allbeury. Die Konsequenz, mit der die Motive des eigentlichen Sympathieträgers in Frage gestellt werden, lassen den Leser immer wieder die Frage nach Schein und Sein stellen. Man möchte ihm glauben und stellt sich doch die Frage, ob er nicht in Wahrheit zu gut ist, um wahr zu sein. Dieser Aufbau verleiht dem Roman eine Eigenständigkeit und Spannung, die bis zum Ende vorhält.
Leider ist die Auflösung eine herbe Enttäuschung, da die psychologische Glaubwürdigkeit, auf die der Spannungsbogen setzt, hier fast vollständig fehlt. Das gilt sowohl für die Identität des Täters als auch für die enttäuschend konventionelle Beantwortung der Frage, was Robin bewegt und bewegt hat. Gängige Spannungselemente ersetzen am Ende Originalität und Glaubwürdigkeit.
Fazit: Spannender Thriller mit enttäuschend flachem Schluss