Israelische Verleger informierten sich über Trends des deutschen Buchmarkts
Mit einer positiven Bilanz ist am vergangenen Freitag die 23. Jerusalem International Book Fair zu Ende gegangen. Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 80.000 Menschen die einwöchige Verkaufsmesse und sorgten damit für das beste Besucherergebnis seit zehn Jahren. Insgesamt 500 Verlage aus 40 Ländern hatten ihre Produkte im Jerusalem International Convention Center ausgestellt. In diesem Jahr erregte in der internationalen Halle 4 der russische Gemeinschaftsstand besonders große Aufmerksamkeit, da er eine gesamte Hallenfront einnahm. Neben den Russen hatten auch die deutschen, polnischen, spanischen und französischen Verlage Gemeinschaftspräsentationen.
Am deutschen Gemeinschaftsstand, den die Frankfurter Buchmesse mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts organisiert hatte, stellten 230 Verlage mehr als 800 Titel aus, darunter die Verlage Springer, dtv, Reclam und Palmyra. Hier informierten sich israelische Verleger über Trends und Entwicklungen des deutschen Buchmarkts. Das Fachpublikum zeigte sich dabei besonders an Publikationen aus den Bereichen Belletristik, Geisteswissenschaften und Kinderbuch interessiert. Erstmals war die Ausstellung der Kurt-Wolff-Stiftung "es geht um das buch", die 13 kleinere unabhängige Verlage präsentierte, in den Stand integriert. Großes Interesse bei den Besuchern weckten auch die am Gemeinschaftsstand präsentierten Sonderkollektionen. Kernstück war dabei die Kollektion "Jüdische Geschichte und Gegenwart" mit Neuerscheinungen aus den vergangenen beiden Jahren. Des Weiteren wurden die Kollektionen "Literarische Neuerscheinungen", "Freuds Nachfahren" und "Mögliche Welten" gezeigt.
Anzeige Gemeinsam mit dem Goethe-Institut Jerusalem und dem S. Fischer Verlag veranstaltete die Frankfurter Buchmesse zudem zwei Lesungen: Carolin Emcke las aus ihrem Buch "Von den Kriegen. Briefe an Freunde", Josef Haslinger trug eine Erzählung aus seinem jüngsten Werk "Zugvögel" vor. Das Goethe-Institut zeigte außerdem die Installation "Herzliche Grüße", die spielerisch eine audio-visuelle Annäherung an deutsche Kultur und Sprache ermöglichte. Sie wurde zu Beginn der Messe vom deutschen Botschafter eröffnet.
Die Buchmesse Jerusalem hatte wieder ein Fellowship-Stipendium für Verlagsmitarbeiter und Literarische Agenten angeboten. 38 Verlagsleute und 14 Agenten aus 13 Ländern waren daran beteiligt, darunter auch sechs Verlage und zwei Agenturen aus Deutschland. Der renommierte "Jerusalem Prize" ging in diesem Jahr an den polnischen Philosophen Leszek Kolakowski, der unter anderem 1977 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden war. Kolakowski erhielt den Jerusalem Prize für sein kontinuierliches Engagement für eine humane Welt.
Die nächste Jerusalem International Book Fair findet Anfang des Jahres 2009 statt.