„Das Geheimnis der Gaukler“ ist der erste Band der Trilogie. Nun geht es endlich mit Band 2 weiter. Marius lebt außerhalb der Stadtmauer von Toss in einer kleinen Hütte am Bach. Das ist Florines Ziel. Die Papageiendame will eine Nachricht überbringen und von den Vorgängen auf Schloss Falkenhorst und im Rabenwald berichten. Marius ist nicht da, dafür schleichen zwei Fremde um die Hütte herum und nehmen etwas weg, was an der Tür befestigt war.
Und auch Goldauge, Marius’ Rabe, wartet. Er hat keine Ahnung, wo Marius sein könnte. Der Junge hinterlässt sonst immer eine Nachricht, aber der Vogel kann keine finden.
Marius wartet unterdessen auf Goldauge. Er ist mit dem Gelehrten Füchslin unterwegs und soll den Alchemisten nach Buchberg führen. Marius macht sich Sorgen um Meister Goldauge. Scheinbar hat dieser die Botschaft nicht gefunden, die er extra hinterlassen hat.
Anzeige Florine wird nicht wiedergesehen. Nur eine Feder zeugt davon, dass sie in Toss gewesen ist. Meister Goldauge schickt das diebische Elstermännchen Konrab als Bote zum Schloss Falkenhorst, während er selbst weiter nach Marius sucht. Auf seinem Weg belauscht er zwei Reiter und erfährt zu seiner Bestürzung, das diese hinter einem Jungen her sind. Da es sich um Marius handeln könnte, folgt er den Männern.
Auf Schloss Falkenhorst erhält Xenia einen Brief. Ihr Papagei Florine ist entführt worden. Aber auf Falkenhorst sind noch weitere besorgniserregende Dinge geschehen. Fürst Heinrich, der über den Rabenwald herrscht, ist entführt worden. Möglicherweise ist er in den Händen des Schwarzen Grafen Crudbert von Wrunkenstein, der wegen Verrat im Kerker von Falkenhorst saß, aber entflohen ist. Das sieht nach Verrat aus und kann den Untergang des Reichs bedeuten.
Auch der zweite Teil der Trilogie ist ungeheuer spannend. Von Anfang an zieht die Geschichte den Leser in seinen Bann. Der Lesefluss ist vom Empfinden her perfekt, so dass man das Buch, wäre es nicht so dick, am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Überrascht wird man mit einer vielschichtigen Geschichte, die zunächst aus vielen Perspektiven beleuchtet wird, bevor das ganze Ausmaß der Gefahr, die Marius, Xenia, ihren Freunden und somit dem ganzen Land droht, fassbar wird. Das ergibt den perfekten Spannungsbogen.
Der Autor hat wieder ganz geschickt fantastische Elemente in der Geschichte untergebracht. Rabe Meister Goldauge, Papagei Florine und auch die Elster Konrab können sprechen.
Die Figuren sind alle perfekt ausgearbeitet. Manche Figuren, wie zum Beispiel der Narr Golo, bestechen durch Fähigkeiten, die man ihnen nicht zutrauen würde. Die Geschichte wirkt dadurch sehr lebendig.
Untermauert wird die Geschichte von einer undurchsichtigen Prophezeiung und man darf sehr gespannt darauf sein, wie diese sich erfüllen wird.
Auch dieser Band ist in sich abgeschlossen, so dass man auch sein Vergnügen daran hat, wenn man das erste Buch nicht kennt. Der Autor webt geschickt einige Rückblicke ein, so dass keine Verständnisprobleme auftreten. Aber entgehen lassen sollte man sich „Das Geheimnis der Gaukler“ dennoch nicht.