Sein Leben lang hat Tim Hollins unter der Gefühlskälte seines Vaters gelitten. Trotzdem versucht er, die Hintergründe für seine Ermordung aufzuklären, und gerät dabei ins Visier von FBI und Mafia gleichermaßen.
Der Tod des kanadischen Millionärs Michael Hollins lässt viele Fragen offen. Einige davon möchte sein Sohn Tim beantworten, obwohl Vater und Sohn sich nie nahe standen. Zu kalt und verächtlich hat Michael zeit seines Lebens auf die Karriere seines Sohnes herabgeblickt, der sich mit seinem Restaurant zwar einen Namen gemacht hat, an die Millionen seines Vaters aber nie heranreichen konnte oder wollte.
Zu seinem Entsetzen muss Tim feststellen, dass seine Nachforschungen ihn auf die Spur der russischen Mafia führen. Dort kommt er zum Überfluss noch dem FBI in die Quere, das schon lange versucht, dem Kopf der Organisation, dem mächtigen, charismatischen Nikolaj, das Handwerk zu legen. Zwischen schönen Frauen und blutigem Diamantenschmuggel muss Tim sich der Vergangenheit stellen.
Anzeige Kanada scheint das neue Land für harte Thriller zu sein. Die eisüberfunkelte Landschaft und die vergleichsweise Jungfräulichkeit und Frische des Settings scheinen auf Autoren eine große Faszination auszuüben. So schließt sich auch der gebürtige Engländer Mark Sinnett dem Trend an und siedelt seinen ersten Thriller in seiner Wahlheimat Kanada an.
Was kann Eiskalt funkelt der Tod dem Leser bieten? Handwerklich ist es eine solide Geschichte mit sympathischem Helden, starkem Gegenspieler, schönen Frauen und rasanter Action, der den Kunstgriff nutzt, die verschiedenen Handlungssträngen mit einem Tempuswechsel zwischen Präsens und Präteritum gegeneinander abzugrenzen.
Dass der Roman trotzdem keinerlei bleibenden Eindruck hinterlässt, liegt an der schablonenhaften Charakterisierung der Figuren. Insbesondere der Schurke Nikolaj ist eine Enttäuschung. Zwar blitzt am Anfang ein gewisses Charisma auf, doch bald sind auch diese Ansätze verpufft und die festen Grenzen von Gut und Böse etablieren sich umso konventioneller.
Wer harte Reißer schätzt, die dem Leser nicht viel Zeit zum Atemholen lassen, der wird an Eiskalt funkelt der Tod seine Freude haben, aber auch nicht mehr als an zahllosen anderen Vertretern des Genres. Für alle anderen ist es ein enttäuschendes Machwerk, das dem Gerne nichts Neues hinzuzufügen hat.
Fazit: Im hohen Norden nichts Neues - klischeehafter Reißer