Immer noch gibt es viele Menschen, die nicht kochen können, die sich um ihre Ernährung keine Gedanken machen und auch nicht darum, wie Lebensmittel hergestellt werden. Jamie Oliver möchte der Ernährung wieder den passenden Stellenwert verschaffen, den diese verdient. Er geht zurück an die Basis und stellt einen Kochkurs in Buchform für Anfänger, gleich welchen Alters, vor. Der Leser wird zum Azubi in Jamie Olivers Küche.
Zunächst zeigt der Autor auf, was man zum Kochen alles braucht, von der Schüssel bis zur Pfanne. Und dann kann es auch schon losgehen. Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt.
Salate:
Es gibt noch mehr als den einfachen Kopfsalat mit Tomaten und Gurkenscheiben. Auch junger Spinat, zarte Mangoldblätter oder Chicorée sollte man einmal probieren. Und auch rohes Wurzelgemüse, in feine Streifen geschnitten, und Kräuter bereichern den Salat. Jamie Oliver erklärt genau, wie der Salat vorbereitet, gewaschen und geschleudert wird. Damit er gut schmeckt, gehört ein passende Dressing dazu. Das Zusammenspiel zwischen Öl und Essig und den passenden Gewürzen findet Beachtung. Die Rezepte reichen von einfachen grünen Beilagensalat über den guten alten Eiersalat bis zum Entensalat mit arabischer Note.
Pasta, Gnocchi und Risotto:
Die Nudeln werden nicht etwa aus der Tüte in das heiße Wasser gegeben. Der Nudelteig wird selbst hergestellt. Das zu lernen, kann man von einem Kochkurs erwarten. So sind auch Experimente erlaubt. Und nach so viel harter Arbeit schmeckt der Makkeroni-Käse-Auflauf gleich noch einmal so gut. Pasta lässt sich gut kombinieren. Ebenso abwechslungsreich sind die Rezeptvorschläge. Auch Rezepte mit selbstgemachten Gnocchi oder Risotto laden zum Nachkochen ein.
Fleisch:
Bei Fleisch rät Jamie Oliver besonders wählerisch zu sein. Er zeigt, worauf man achten muss und wie man Fleisch einkauft. Erklärt werden auch die verschiedenen Arten der Zubereitung. Die Rezepte reichen vom ultimativen Rib Steak mit Rosmarin-Kartoffelwürfeln bis hin zur perfekt knusprigen Ente mit würzigem Pflaumen-Chutney.
Fisch und Meeresfrüchte:
Zwei bis drei Mal pro Woche sollte man Fisch essen. Da ist es wichtig, die verschiedenen Fischarten zu kennen. Jamie Oliver stellt sie vor, von Rotbarbe bis Lachs. Auch hier lässt er sich viel Zeit zu erklären, wie man erkennt, ob ein Fisch frisch ist und wie die Zubereitung von Filet oder auch ganzen Fischen im Allgemeinen aussieht. Hat man das gelernt, kann man den Fisch mit tollen Zutaten kombinieren und daraus in der Pfanne gebratene Brasse mit knackigem Fenchelsalat oder in der Folie gebackenen Petersfisch mit Tomaten und Balsamico-Essig zaubern. Dem Auszubildenden bleibt nichts erspart. Er muss auch lernen, gekochte Krabben auszulösen und einen Hummer oder Kalmare zuzubereiten. Für Anfänger ist das sicher sehr gewöhnungsbedürftig.
Anzeige Gemüse:
Jamie Oliver überzeugt auch mit seinen Gemüsevariationen. Die Auswahl ist auch hier groß. Da gilt es, weniger bekannte Gemüsesorten erst einmal kennen zu lernen. Abwechslung kommt auf den Tisch, beispielsweise mit Buttererbsen mit knusprigem Speck, bestem Zwiebelgratin, sahnigem Butternusskürbis oder gedünsteter Zucchini mit Chili und Zitrone.
Dessert:
Zum Nachtisch gibt es eine klassische Victoria-Torte, ultimatives Früchtebaiser mit Vanillesahne, Rhabarberkompott mit Vanillesauce oder selbstgemachtes Eis. Hier werden keine Kalorien gezählt. Auf den Geschmack kommt es an.
Kochen lernen ist gar nicht schwer. Es macht sogar sehr viel Spaß. Das beweist der Autor. Er erklärt Grundsätzliches auf seine berühmte lockere Art und Weise und hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Er ist, was die Auswahl der Lebensmittel angeht, sehr wählerisch und kritisch, aber das hat ja seine Berechtigung. Seine Tipps und Ratschläge kann man daher gut annehmen.
Die Rezepte sind sehr vielfältig und gut in Kapitel durchstrukturiert. Man kann so ein komplettes Menü zusammenstellen oder auch mal schnell zwischendurch was kochen, egal ob man selbst Appetit hat oder unvermutet Gäste kommen.
Den Rezepten in Textform zu folgen ist ein wenig schwierig. Man muss ein Lesezeichen unter die entsprechende Zeile legen, um den Faden nicht zu verlieren. Die Mengenangaben muss man nicht so genau einhalten. Hier zählt eher der eigene Geschmack.
Die Fotos sind meisterhaft. Die Speisen genauso schön anzurichten, dürfte zur Herausforderung werden. Die Rezepte sind meist für 4 Personen gedacht. Aber man lernt recht schnell, sich auch anderen Personenzahlen anzupassen.
Gut gefallen hat, dass man als Auszubildender auch eine Einführung in die Warenkunde erhält.
Der Erlös des Buches geht an die Fifteen Foundation. Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen erhalten die Möglichkeit eine Ausbildung zum Koch zu absolvieren.
Jamie Oliver Besser kochen mit Jamie Oliver Fotografie David Loftus und Chris Terry
Dorling Kindersley
Januar 2007
448 Seiten, gebunden, 26,90 Euro
ISBN: 3831010315