Eigentlich ist Karl Sonntag ein ganz normaler Junge. Eigentlich! Karl ist ein Waise, der in einem Waisenhaus wohnt. Sein Freund Achim ist auch ein Waise, aber der hat jetzt Eltern gefunden. Karl ist traurig, weil es langweilig ist, jeden Tag alleine ohne Achim in die Schule zu gehen. Er wurde schon fünf mal an Familien vermittelt, aber immer wieder wurde Karl zurückgebracht. Alles nur, weil er glaubt, sein Vater wäre ein Kapitän. Karl hält es nicht mehr aus im Waisenhaus und will sich auf die Suche nach seinem Vater machen. Er haut ab.
Karl hat nur einen Gedanken, bloß weg von hier. Das Einzige was er mitnimmt, ist seine Zahnbürste und sein kleines Modellschiff. Er rennt die ganze Nacht durch, egal wohin, Hauptsache weg. Er kommt völlig erschöpft in einem Park an, legt sich unter einen Busch und schläft ein. Als er aufwacht, muss er feststellen, dass es geregnet hat. Seine ganze Kleidung ist nass. Na toll, denkt er, auch das noch. Dazu kommt auch noch, dass sein Magen knurrt und er gar nichts zu essen mitgenommen hat. In der Nähe hört er einen Bach plätschern. Wenigstens etwas, denkt er. So kann er wenigstens einen Schluck trinken. An einer Stelle, wo keine Strömung ist, lässt Karl sein Schiff zu Wasser. Toll wie es dort schwimmt! Plötzlich hört er seltsame Stimmen. Er schaut sich um, kann aber niemanden entdecken. Merkwürdig!
Anzeige Er schaut auf den Boden und sieht lauter kleine Männchen herumlaufen. Sie alle bestaunen sein Schiff. Er wagt ein zaghaftes Hallo und die Männchen blicken erschrocken zu ihm auf. Als sie fragen ob das sein Schiff ist, antwortet Karl mit ja. Eines der Männchen erzählt ihm, dass sie unbedingt ein Schiff brauchen, da sie etwas suchen müssen, was sie verloren haben. Karl würde ihnen schon gerne das Schiff geben, aber nur wenn sie ihn mitnehmen. Doch er ist zu groß für so ein kleines Schiff. Die kleinen Männchen geben Karl ein Schiffszwieback und als er es isst, schrumpft er plötzlich auf die Größe der kleinen Männchen. Wo das jetzt geregelt ist, ist er nun bereit mit in See zu stechen. Nun beginnt eine unglaubliche Geschichte, die ihm wohl nie im Leben einer glauben wird.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Dies ist nun das zweite Buch von Antonia Michaelis, das ich gelesen habe. Wieder hat die Autorin es geschafft, mich mit ihrer Fantasie in eine unglaubliche Welt zu zaubern. Obwohl das Buch mit 350 Seiten doch recht dick ist, habe ich es in wenigen Tagen verschlungen. Die Geschichte ist überhaupt nicht langweilig. Es gibt ganz viele spannende Szenen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Fantasiegestalten so gut beschrieben sind, als gäbe es sie tatsächlich. Die Geschichte erinnert mich stark an ein Märchen und lässt sich sehr leicht lesen, da auch die Schrift angenehm groß ist. In Karl kann man sich gut hineinversetzten. Seine Abenteuer erlebt man praktisch hautnah mit. Alles ist so gut beschrieben, dass man es vor Augen sieht. Ich finde, die Geschichte ist richtig gut geschrieben und damit sehr unterhaltsam, genau das Richtige für spannende Lesenachmittage. Auch die Zeichnungen gefallen mir gut, aber es hätten ein paar mehr sein können.