Bücher von 250 Verlagen am deutschen Gemeinschaftsstand / Titel zum Thema "Dialog der Kulturen" und "Ägyptologie" waren besonders gefragt
Der Austausch geht weiter: Im vergangenen Jahr war Deutschland viel beachteter Ehrengast auf der Buchmesse in Kairo – der erste überhaupt in der Geschichte des arabischen Branchentreffs. Während der 39. Cairo International Book Fair vom 23. Januar bis 4. Februar 2007 wurde direkt an den damaligen Erfolg angeknüpft: Am 120 Quadratmeter großen deutschen Gemeinschaftsstand präsentierte die Frankfurter Buchmesse 850 Titel von 250 Verlagen. Der Auftritt wurde finanziell unterstützt durch das Auswärtige Amt.
Kairo ist in erster Linie eine Publikumsmesse, doch nutzten auch dieses Jahr internationale Verlage das Umfeld, um Geschäfte mit arabischen Verlagen in die Wege zu leiten. "Potentielle Lizenzpartner im arabischen Raum zu treffen und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten geht am besten vor Ort", so Ines Killat, International Rights Manager beim Wissen Media Verlag, München, der am deutschen Gemeinschaftsstand vertreten war. "Nur so gewinnt man unmittelbare Eindrücke von der Branche, dem Markt und der Distribution und lernt Käuferschichten und relevante Themen kennen." Auch die Branchenkenntnisse der Mitarbeiter der Frankfurter Buchmesse am Gemeinschaftsstand haben für die Rechtemanagerin zum Erfolg des Messebesuchs beigetragen. "Generell sollte man jedoch unbedingt Eigeninitiative zeigen und nicht nur auf Laufkundschaft setzen", rät Killat.
Insgesamt stellten sich in Kairo 667 Aussteller aus 26 Ländern einem Millionenpublikum vor (geschätzte Besucherzahl: zwei Millionen). Viele arabische Länder waren gleich mit mehreren Ständen vertreten. Rund 400 Veranstaltungen mit 1.000 Beteiligten standen auf dem Programm. Dieses Jahr war die Buchmesse dem im vergangenen Jahr verstorbenen ägyptischen Literaturnobelpreisträger Nagib Mahfuz gewidmet. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt war das Gastland Italien. Für das Veranstaltungsprogramm am deutschen Stand waren das Goethe-Institut Kairo und der Deutsche Akademische Austausch Dienst DAAD zuständig. Das Motto lautete: "Welten erlesen".
Ein Highlight des Fachprogramms war eine Informationsveranstaltung der Abu Dhabi International Book Fair, deren Neupositionierung die Frankfurter Buchmesse unterstützt hat. Dabei stellte Messedirektor Jumaa al-Qubaisi rund 70 arabischen Verlegern sein neues Messekonzept vor: "Aussteller und Besucher erwartet vom 31. März bis 7. April 2007 ein umfangreiches Fachprogramm, das Fort- und Weiterbildung, aber auch Diskussion in den Mittelpunkt stellt." Außerdem präsentierte al-Qubaisi die Module des neuen, hoch dotierten Sheikh Zayed Literaturpreises sowie die geplanten Übersetzungsförderungsaktivitäten.
Der deutsche Gemeinschaftsstand wurde besonders von deutschkundigen Ägyptern und in Ägypten lebenden Deutschen aufgesucht. Als Verkaufsmesse ist die Cairo International Book Fair für die ägyptische Bevölkerung eine einzigartige Möglichkeit, sich mit fremdsprachigem Lesestoff zu versorgen. Die deutsche Sprache ist in Ägypten zunehmend beliebt. An den Sekundarschulen lernen 100.000 Schüler Deutsch als zweite Fremdsprache, an sechs Lehrstühlen studieren rund 6.000 Studenten Germanistik.
Das größte Interesse galt den Kinderbüchern und den beiden Buchkollektionen, die speziell für die Cairo International Book Fair zusammengestellt worden waren: Islam / Dialog der Kulturen" und "Ägyptologie und Bücher über Ägypten", eine Kollektion anlässlich des 100-jährigen Jubiläums das Deutschen Archäologischen Institutes (DAI). Auch die Geistes- und Naturwissenschaften spielten anlässlich des "Deutsch-Ägyptischen Wissenschaftsjahrs" (www.yearofscience.org) eine besondere Rolle. Die Deutsche Welle war ebenfalls am deutschen Gemeinschaftsstand präsent sowie vier ägyptische Buchhandlungen, die den Buchverkauf übernahmen.