Gerechtigkeit kann tödlich enden : Ein letzter Schatten von Zweifel
John Hammersten saß zu Recht im Gefängnis, doch kaum entlassen, ist er getrieben von der Suche nach später Gerechtigkeit. Schließlich saß er für ein ganz anderes Vergehen hinter Gittern, das ihm einer seiner früheren Partner vermutlich untergeschoben hat. Die Gründe dafür sind ihm allerdings auch nach so langer Zeit nicht nachvollziehbar und so macht er sich auf die Suche nach den alten Bekannten und früheren Beziehungen.
Besonders sein direkter Partner Abel steht im Fokus seines Interesses. Doch offenbar ist der verschwunden und niemand kann Angaben über dessen Verbleib machen. Als John erste konkrete Hinweise in Erfahrung bringt, lässt der Mord an einem weiteren "Wissenden" nicht lange auf sich warten. John gerät in den Strudel todbringender Gefahr, dem er sich nur schwer entziehen kann.
Im weiteren Verlauf gelingt es dem Autor gut, sich in den Protagonisten hineinzuversetzen und vor allem mit ihm mitzufühlen und sich auf seine Seite zu schlagen. Trotzdem bleibt es lange offen, welche Rolle und Beteiligung tatsächlich zuzuschreiben sind. Dabei sind nicht unwesentlich auch die Kontakte zu der aktuellen "Gespielin" und "Muse" bz. Model seines Ex-Partners sowie der Exgefährtin Abels von Bedeutung. Doch welche wirkliche Rolle die beiden Damen bei Hammersten's Recherche nach den wahren Zusammenhängen seiner Verhaftung und den Umständen des Verschwindens seines Ex-Partners spielen, bleibt in spannender Weise bis zu den letzten Zeilen offen.
Wenngleich die Vorgänge und schließlich die Auflösung um die Verhaftung seinerzeit, die Ermordung der verschiedenen Beteiligten nicht ganz unerwartet erscheint, verfügt die Geschichte durchaus über genug verborgene Wahrheiten und ausreichend Spannung, die anregt und an die Geschichte bindet.
Kjell Ole Dahl beweist, dass er im Konzert großer Krimiautoren gut mitspielen kann und möglicherweise auch bald eines der Soloinstrumente spielen wird.