Mma Ramotswe, die berühmteste Detektivin aus Botswana kann es nicht fassen, da wagt es doch tatsächlich, ein Mann, eine konkurrierende Detektivagentur in ihrem Gebiet zu eröffnen. Mit dem starken Geschlecht muss sich auch ihre Sekretärin und Hilfsdetektivin Mma Makutsi herumschlagen, denn wegen dauernder Ebbe in der Kasse bietet sie Schreibmaschinenkurse für Männer an - und erlebt bei der Abschlussprüfung eine große Überraschung.
Mma Ramotswe, die Betreiberin der No. 1 Ladies' Detective Agency, ist nicht begeistert, als sie erfährt, dass sich ein Konkurrent in der Stadt niedergelassen hat, der nicht nur mit seiner Erfahrung in New York wirbt sondern auch mit der Tatsache, dass er ein Mann ist. Doch bevor sie sich den unsympathischen Macho zur Brust nehmen kann, muss sie erst noch mit den Sorgen ihrer Sekretärin und Aushilfsdetektivin Mma Makutsi befassen, deren finanzielle und persönliche Probleme beängstigende Ausmaße annehmen. Mma Ramotswe ist sicher, die Frau braucht einen Mann.
Und der lebende Beweis, dass es tatsächlich noch gute Männer gibt, überquert ihre Schwelle in Form ihres nächsten Klienten, der nach Jahren endlich den Mut aufbringt, Buße für die Verbrechen seiner Jugend zu tun. Aber wie soll selbst eine so gewitzte Detektivin wie Mma Ramotswe die Spur eines gestohlenen Radios und eines verlassenen Mädchens finden?
Der britische Autor Alexander McCall Smith wird nicht umsonst ein Meister des Understatements genannt. Seine Serie um die botswanische Detektivin Mma Ramotswe, die mittlerweile in die vierte Runde geht, kommt ganz untypisch für dieses Genre vollkommen ohne Blut und Gewalt aus. Mit seiner Heldin ist ihm das beinahe Unglaubliche gelungen: Eine einen neuen Typ des Ermittlers zu kreieren. Die patente Enddreißigerin, die ihre Fälle mit ebensoviel Gelassenheit wie Großherzigkeit löst, treibt weniger das Bedürfnis, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, als der Wunsch, Opfern zu helfen, und so erscheint sie mehr wie eine bisweilen strenge Übermutter als wie eine Detektivin.
Der Charakterzeichnung entsprechend wählt der Autor eine bewusst unterkühlte, bisweilen auch ironisierende Sprache, die Emotionen zwar erkennen lässt doch nie deutlich ausspricht. Hinzu kommt, dass es McCall Smith mit jedem Roman besser gelingt, die scheinbar unzusammenhängenden Handlungsstränge zu einem komplexen Ganzen zu verflechten. Und so wird der Leser auf eine intelligente, warmherzige Reise in ein Botswana eingeladen, in dem die alten Werte - Ehrlichkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft - noch gelten.
Fazit: Mma Ramotswe ist wie guter Wein - sie wird immer besser
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Alexander
McCall Smith Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe (Originaltitel:
The Kalahari Typing School for Men)
Aus dem Englischen von Michael Kubiak Ehrenwirth März 2005 252 Seiten,
EUR 16,90 ISBN 3-431-03456-X