Im Haus auf dem Grund des Mühlenweihers wird ein Kind geboren. Es hat grüne Haare, grüne Augen und Schwimmhäute zwischen den Fingern. Die Eltern sind begeistert von dem kleinen Wassermannkind. Sie wollen ein Fest geben und laden alle Verwandten ein. Die Wassermannfrau kocht ein Festessen. Von den 27 Verwandten sind 26 pünktlich. Nur der Moormann kommt zu spät. Er jagt den Gästen einen Schrecken ein, weil es von dem Moorwasser, das er vor sich her schwemmt, plötzlich ganz dunkel wird.
Alle Verwandten bestaunen den kleine Wassermann, wünschen ihm Glück und Gesundheit. Der Moormann wünscht ein fröhliches Herz und spielt auf seiner Flöte. Alle tanzen und auch der kleine Wassermann kommt aus seinem Körbchen und schwimmt um den Moormann herum. Genauso schnell, wie er das Schwimmen lernt, lernt er auch das Sprechen. Bei Wassermannkindern geht das schneller, als bei Menschen.
Anzeige Am liebsten sitzt der kleine Wassermann am Fenster und beobachtet die Fische. Er will auch hinaus. So bekommt er Hosen, Jacke, Zipfelmütze und Wassermannstiefel. Sein erster Ausflug mit dem Vater wird ein Abenteuer. Er lernt Fische, Molche und Schnecken kennen, spielt mit seinem Vater im Dickicht der Schlingpflanzen verstecken. Davon ist er so erschöpft, dass ein Karpfen ihn auf seinem Rücken nach Hause tragen muss.
Bald darf der kleine Wassermann alleine hinaus. Bei einem dieser Ausflüge entdeckt er ein einer Höhle ein hässliches Tier. Das Neunauge erschreckt ihn fürchterlich. Der kleine Wassermann nimmt Reißaus, obwohl das Neunauge ihm Augen schenken will. In der Nacht hat der kleine Wassermann einen Albtraum. Zum Glück tröstet ihn sein Vater.
Schnell wird der kleine Wassermann größer und darf zum ersten Mal an Land. Hier ist alles ganz anders. Er bewundert die Blumen und Bäume, lernt den Wind kennen. Erstmals sieht er einen Menschen. Doch vor denen muss man sich verstecken. Später darf der kleine Wassermann auch allein an Land. Da sitzt er auf einer alten Weide am Mühlenweiher und beobachtet die Menschen. Als Fahrendes Volk in der Nähe der Weide Halt macht, ist er so begeistert, dass er die Zeit vergisst. So holt sich der kleine Wassermann trockene Füße. Weil er nun krank werden könnte, muss er ein paar Tage das Bett hüten. Doch er kann es kaum erwarten, neue Abenteuer zu erleben.
Der Kinderbuchklassiker ist auch als Hörspiel ein Erlebnis. Der kleine Wassermann ist unbändig neugierig und herrlich naiv. Er sieht die Welt mit anderen Augen. Alles ist neu für ihn, auch die Menschen. Für Kinder ist es spannend zu sehen, wie er die Natur kennen lernt und sich Stück für Stück ins Unbekannte vortastet.
Die Erzählerin und die verschiedenen Sprecher machen die Geschichte noch ein wenig spannender. Besonders die kindliche Stimme des kleinen Wassermanns gefällt gut. So schließen Kinder den kleinen Kerl ganz schnell ins Herz.
Sogar die Hintergrundgeräusche sind sehr passend. Es blubbert und plätschert, als wäre man direkt mit unter Wasser. Die stimmungsvolle Hintergrundmusik verstärkt dieses Gefühl noch. Das Lied vom kleinen Wassermann haben Kinder bestimmt schnell auswendig gelernt, es ist nicht schwierig und fast schon ein Ohrwurm.
Die zwei CDs sind ein gelungenes Hörerlebnis für Kinder. Es macht Spaß zuzuhören und sich von Fortgang der fantastischen Geschichte überraschen zu lassen. Man kann sich den kleinen Wassermann und seine Welt sehr gut vorstellen. Beim Zuhören entstehen ganz selbstverständlich die Bilder vor den Augen. Einfach schön!
Ottfried Preussler Der kleine Wassermann Erzählerin: Laura Maire
Sprecher: Johanna Burg, Heinrich Schafmeister, Wolfgang Hess u. a.
Der Audio Verlag
2 CDs, 113 min. , 12,99 Euro
ISBN: 3-89813-545-4