Die Verfilmung des Bestsellers von Christopher Paolini
Wenn ein Jahr endet und das neue beginnt, dann ist es Zeit für einen Fantasy-Blockbuster. Momentan ist Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter, die Verfilmung des weltweiten Beststellers von Christopher Paolini, auf den Kinoleinwänden zu sehen. Damals noch ein Teenager, schrieb Paolini den ersten Teil seiner Trilogie, das dritte Buch ist in Arbeit, über den Jungen Eragon und seinen Drachen Saphira.
Eragon findet im Wald ein Drachenei. Er nimmt es mit nach Hause und versteckt es, bis daraus die Drachenlady Saphira schlüpft. Damit wird er zum Drachenreiter, der auf magische Weise mit seinem Tier verbunden ist. Doch eigentlich ist die Zeit der Drachenreiter längst vorbei, denn der böse König Galbatorix hatte sie bereits vernichtet. Er wird mächtig sauer, als er erfährt, dass mit Eragon und Saphira eine neue Ära der Drachenreiter beginnen könnte und macht Jagd auf die beiden.
Anzeige Nun ist es ein schwieriges Unterfangen, einen Roman von über 600 Seiten in etwas mehr als 100 Minuten auf der Leinwand zu erzählen. Man macht es entweder mit so viel Hingabe wie einst Peter Jackson (Der Herr der Ringe) oder, ja, oder man sollte vielleicht einfach die Finger davon lassen. Denn sonst kommt dabei ein Film heraus, dem jeglicher Erzählrhythmus fehlt.
Die Verfilmung müht sich mit der Einführung der Charakter ab, bleibt aber in sämtlichen Expositionen stecken ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Saphira ist bereits nach einigen Minuten als niedliches Drachenbaby ein ausgewachsenes Vieh. Galbatorix (John Malkovich) bleibt nach einigen kurzen Sequenzen eindimensional und etliche Zuschauer, die das Buch zuvor nicht gelesen hatten, fragten sich nach dem Film sogar, wer der dunkle Mann mit dem lustigen Namen überhaupt war.
Die Besetzung hat mit Jeremy Irons als Brom einen regelrechten Glücksgriff getan. Die Rolle des abgewrackten Ex-Drachenreiters mit dunkler Vergangenheit hätte jedoch noch positiver herausstechen können, wenn das Drehbuch nicht so platte Dialoge für sie vorgesehen hätte. Selbst Irons vermag diese nicht zu retten. Die Mitwirkung von John Malkovich als Galbatorix beschränkt sich auf über den Film verteilte 5 Minuten, so dass man vergeblich auf den Einsatz seiner sonst so grandiosen Schauspielkünste wartet.
Newcomer Ed Speleers als Eragon wirkt wie eine Mischung aus Luke Skywalker und TV-Koch Jamie Oliver. Seine Entwicklung vom unerfahrenen Bauersjungen zum „Auserwählten“ wäre mit einem anderen Drehbuch sicher eine fordernde Rolle gewesen. Es ist Speleers immerhin hoch anzurechnen, dass die telepathischen Dialoge mit Saphira nicht allzu lächerlich wirken, auch wenn die überdimensionalen Augen der Drachenbraut kitschig klimpern, während Sängerin Nena (die deutsche Stimme der Drachenmaid) ihre Weisheiten haucht.
Bisher hat man noch nichts über eine Drehbuch-Adaption des zweiten Bandes, Eragon - Der Auftrag der Ältesten, gehört. Nachdem die Begeisterung für den ersten Eragon-Streifen jedoch (zu Recht) eher verhalten war, warten wir lieber auf Paolinis nächstes Buch als auf ein weiteres Leinwand-Spektakel.