Marthe ist noch keine vierzehn, als sie Irmhilds Baby auf die Welt hilft. Das Kleine ist viel zu früh dran. Marthe weiß, dass es keine Chance hat. Es kommt tot zur Welt. Umso schlimmer sind die Drohungen seines Vaters, des Burgherrn Wulfhart, ihr in diesem Fall Hände und Füße abschlagen zu wollen. Marthe gibt vor, den Kaplan holen zu wollen und wagt die Flucht. Doch bald schon sind ihr Oswald und Ludolf auf der Spur.
Da sie das Mädchen nicht finden, zünden sie das Haus mitsamt der toten Frau an, bei der Marthe gelebt hat und bei der sie gelernt hat. Marthe geht vom Dorf weg. Sie will sich einem Tross von Bauern anschließen, die nach Osten ziehen wollen, um neues Land zu besiedeln. Anführer ist Christian, Ritter im Dienste des Meißner Markgrafen Otto von Wettin. Er soll auch der zukünftige Lehnsherr der Siedler werden. Eine Heilkundige und Wehmutter dabei zu haben, ist für ihn ein Vorteil. Marthe sorgt sich um die mehr als 40 Menschen. Bald kümmert sie sich um die kleinen Mädchen Johanna und Marie, deren Mutter an einer schweren Krankheit verstorben ist.
Als Christian und Jonas eine Wolfsspur verfolgen, um einen Angriff der Tiere auszuschließen, treffen Berittene am Rastplatz ein. Nur weil es dem Knappen gelingt, seinen Herrn darauf aufmerksam zu machen, werden die Männer in die Flucht geschlagen. Die Männer sind Marthe bekannt. Burgherr Wulfhart hat sie hinausgeworfen, weil sie Marthe nicht finden konnten. Nun wollen sie Rache an der vermeintlichen Hexe üben.
Die Gruppe ist weiterhin vielen Gefahren ausgesetzt. Doch es gibt auch schöne Momente, zum Beispiel als Jonas und Emma in einer kleinen Klosterkirche heiraten. Und auch als sie im Dunklen Wald ankommen und ihr Ziel erreicht ist, kehrt keine Ruhe ein. Marthes Fluch ist längst nicht vorbei. Bald steht sie sich zwischen Verschwörern und Mördern und muss immer wieder um ihr Leben bangen.
Anzeige Hintergrund dieser Geschichte ist die Besiedlung der Gebiete östlich von Saale und Elbe im 12. Jahrhundert. Details dazu kann man in den Nachbemerkungen nachlesen. Hauptfigur ist Marthe, die, und das vergisst man beim Lesen immer wieder, eigentlich noch ein Kind ist. Doch sie behauptet sich wie eine Erwachsene mit guter Bildung.
Das Buch liest sich ganz wunderbar. Die Sätze fließen ineinander. Nur hin und wieder wird das Lesevergnügen durch zu gewaltreiche Szenen etwas getrübt, auch wenn diese realistisch erscheinen. Auch die Liebe spielt eine Rolle in diesem Buch, auch wenn sie zunächst nicht erfüllbar scheint. Die Autorin drückt hier auf die Tränendrüsen, aber dieser Art Romantik kann man sich natürlich nicht entziehen. Als Leser erlebt man ein Wechselbad der Gefühle. Längen gibt es nicht.
Das Buch liest sich sehr gut. Der Schreibstil der Autorin gefällt. Man wird gut unterhalten und erfährt viele historische Details über die Zeit, in der die Geschichte spielt.
Deutschland zur Zeit von Kaiser Barbarossa: Weil sein Sohn tot geboren wurde, will Burgherr Wulfhart der jungen Hebamme Marthe Hände und Füße abschlagen lassen. Nur mit knapper Not gelingt ihr die Flucht aus dem Dorf. Um zu überleben, schließt sich das Mädchen einer Gruppe Siedler an, die ostwärts ziehen, um sich in dem noch unerschlossenen Gebiet ein neues, freies Leben aufzubauen. Angeführt werden sie von dem edlen Ritter Christian, der sofort von Marthe fasziniert ist. Doch ihre Schönheit und ihre besondere heilende Gabe haben auch die Aufmerksamkeit von Randolf erregt, Christians erbittertstem Feind