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Kryptum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Uli Geißler, am 25-01-2007 00:00
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KryptumAbenteuerliche Jagd nach dem Urgeheimnis der Erde

Gleich drei Handlungsstränge voller eigentständiger Spannung sind in dem Zehnjahreswerk des Erstlingsautoren zu bewältigen. Geschickt hat er einen abwechslungsreichen Plot entwickelt, der einen trotz des über 700 Seiten starken Thrillers nie langweilt.

Raimundo Randa sitzt im Jahr 1582 im Kerker ein und wartet auf seinen Inquisitionsprozess. Mehrmals hatte er Identität und Glauben gewechselt, um dem Geheimnis eines kryptischen Pergaments auf die Spur zu kommen. Zusammengesetzt handelt es sich um einen Erkenntnisschlüssel, dessen Macht in die babylonische Zeit zurück und die Gegenwart des 21. Jahrhunderts reicht. Zerteilt in zwölf Abschnitte und in den Besitz zwölf unterschiedlicher jüdischer Familien gegeben birgt es eine kaum zu lösende Herausforderung für jeden Symboldeuter, zumal es ein komplexes Labyrinth darstellt, das jedoch noch weitaus mehr zu bedeuten hat.

Raimundo will aus der Gefangenschaft ausbrechen, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Er weiß, dass er ganz nah dran ist … Seine Tochter, die ihn regelmäßig besucht, erfährt im Verlauf ihrer Treffen nicht nur die Biographie ihres Vaters, sondern hilft ihm auch von seinen Bewachern und Peinigern unbemerkt, auf raffinierte Weise, seinen Plan umsetzen zu können.

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2004, also 422 Jahre später, untersucht eine Wissenschaftlerin - Sara Toledano - die unterirdischen labyrinthischen Gänge unter dem Plaza Mayor in der spanischen Stadt Antigua. Dort will sie den Schatz ihrer Vorfahren – das Geheimnis des Pergaments lüften. Schon bald ist sie verschollen. Ihr Kollege, der Kryptologe David Calderón und ihre Tochter Rachel machen sich gemeinsam mit dem Kommissar Bealfeld auf die Suche nach der Amerikanerin, gleichzeitig versuchen sie dabei ebenfalls die Bedeutung der merkwürdigen Symbolkeile zu entschlüsseln.

Die geheimnisvolle Geschichte verursacht auch deshalb einen leichten Grusel, als beim Auftritt des Papstes während seiner Rede auf dem Plaza Mayor ein Krater aufgeht, die Monstranz verschwindet und unverständliche Stimmen und Geräusche aus der Tiefe des Platzes hoch schwappen. Zuvor hatte selbst der oberste Hirte der Weltkatholiken merkwürdige und sinnlose Silben vor sich hingebrabbelt. Genau hingehört ließ sich einzig das Wort „Etemenanki“ erkennen, was „Der letzte Schlüssel“ heißt und sich auch als Hinweis auf einem der Pergamentkeile findet.

Der Wettstreit gegen die Zeit erfährt weiteren Druck, als auch die NSA (National Security Agency) die Suche nach dem „letzten Schlüssel“ aufnimmt, die zudem bereit zu sein scheint, für den Erhalt des kompletten Pergamentes über Leichen zu gehen.

Im Finale gerät man mehr und mehr direkt in das Geschehen unter der Erde hinein, ist mal bei Raimundo in unterirdischen Abwassertunneln oder bei Sara in den Gewölbekellern des alten Königspalastes oder auch bei den Wissenschaftlern, die sich auf einem unterirdischen See dem Ziel nähern, schließlich verfolgt von den Häschern des NSA – atemberaubend. Dabei wird das Geschehen gegen Ende etwas unglaubwürdig und man hat das Gefühl, jetzt trägt der Autor etwas zu dick auf, um die Geschichte nach den langen Seiten mit einem übertriebenen Spektakel enden zu lassen.

Doch die vorangegangene, wirklich beeindruckende und auf hohem Level sich haltende Spannung, die akribisch zusammengetragenen glaubwürdigen und authentischen Details, die gelungene Mischung aus gesicherter Erkenntnis, konkreter Wissenschaft und phantasiereicher Fiktion lassen auch das etwas theatralische Ende mit Begeisterung aufnehmen. Man hat ein Top-Buch gelesen, welches sich zwischen Abenteuerroman, Mystery-Thriller und Wissenschaftskrimi pendelnd einordnen lässt.

Agustin Sanchez Vidal
Kryptum
Übersetzt von Silke Kleeman
dtv, Oktober 2006
700 Seiten, EUR 16,50
ISBN 3423245662

 

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Letztes Update: 29-01-2007 16:31

Veröffentlicht in : Buch, Krimi / Thriller
Schlüsselworte : kryptum, vidal, sanchez, kleemann, 3423245662
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