Aquarellbilder vermögen zu faszinieren. Unglaublich scheint es, welche Stimmungen man mit leicht geschwungenen Pinselstrichen zaubern kann. Gleichzeitig kann durch eine besondere Technik ein Aquarellbild auch unbeschreiblich klar und detailreich wirken. Wer sich in die Kunst des Aquarellmalens einführen lassen und schon bald selbst herrliche Kunstwerke schaffen will, der ist mit diesem Buch auf einem guten Weg.
Bevor richtig losgelegt wird, sind natürlich die Materialien das Allerwichtigste. Das Buch ist dabei ein sehr guter Ratgeber, denn es klärt detailreich auf, welche Utensilien, wie Farben und Pinsel, man für den Anfang braucht. Ein paar Grundfarben genügen dabei schon, denn anhand von Beispielen wird gezeigt, wie durch Mischen und Auftragen andere Farben und Farbeffekte entstehen. Auch auf richtiges Papier ist zu achten, denn je nachdem, wie dieses beschaffen ist, kann man ganz unterschiedliche Wirkungen erzielen.
Um diese wichtigen Tatsachen auch zu demonstrieren, wird ein und dasselbe Bild auf verschiedene Papierarten gemalt. Man sieht sofort, welches Papier für welches Bild wohl eher geeignet ist. Dann wird der Leser aufgefordert selbst zum Pinsel zu greifen, um herauszufinden, wie er damit am besten umgeht. Auch mit Salz, Frischhaltefolie, Alufolie und Schwamm kann man besonders attraktive Strukturen erzielen.
Anzeige Hat man sich erst mal warm gemalt, geht es an richtige Kunstwerke.
Das Buch kann dabei nicht nur wie ein Lehrbuch, sondern wie ein Kursbuch benutzt werden. 12 Projekte unterschiedlicher Thematik werden Schritt für Schritt vorgemalt, so dass man durch Nachmalen lernt, worauf es ankommt. Die unterschiedlichen Projekte haben dabei jeweils einen anderen Schwerpunkt. So wird ein besonderes Augenmerk jeweils auf die Farbe, den Tonwert, die Perspektive und den Fokus gelegt.
Die Autorin vermittelt somit die Grundlagen der Aquarellmalerei, gibt Hinweise zu Regeln der Bildgestaltung und führt in besondere Techniken und Malstile ein. Die Kapitel bauen dabei aufeinander auf, so dass es sich lohnt, diese Schritt für Schritt durchzugehen. Bildbeispiele finden sich sowohl von alten Meister, als auch von zeitgenössischen Aquarellmalern. Dabei handelt es sich sowohl um Stillleben und Landschaften, als auch um Portraits. So ist von allem etwas dabei.
Da die meisten Leser mit Aquarellbildern hauptsächlich leicht verschwommene und sanfte Bilder assoziieren, ist es besonders interessant und faszinierend zu sehen, dass man mit der Aquarelltechnik auch Bilder malen kann, die so klar und detailreich sind, dass sie fast schon wie Fotos wirken.
Von Vorteil ist sicherlich, wenn man vorher schon ein bisschen zeichnen kann, denn die Bilder sind doch recht anspruchsvoll. Um sie dann abzeichnen zu können, benötigt man bei manchen Bildern doch ein bisschen Übung und ein ungeübter Künstler verliert da vielleicht schnell Geduld und Optimismus.
Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, für den ist dieses Buch sicherlich genau das Richtige. Schritt für Schritt lernt man dazu und kann seinen eigenen Malstil weiter entwickeln und verbessern. Negativ zu erwähnen ist leider, dass die Schrift etwas klein gewählt ist, so dass die Augen bei längerem Lesen oder malen und lesen gleichzeitig, sehr beansprucht werden.