Plötzlich steht die junge Caterina von Eldenberg ganz allein da, ihre Eltern sind tot, ihr Gut verschuldet, die Gläubiger gierig. Das einzige, was ihr bleibt, ist das Söldnerheer ihres ermordeten Vaters, das sie als einziger legitimer Nachkomme erbt. Rasch entschlossen setzt sie sich an die Spitze der "eisernen Kompanie" und mischt bald kräftig in den Querelen der italienischen Politik mit.
Caterina von Eldenberg ist überhaupt nicht begeistert, als der Gläubiger ihres Vaters sie mit seinem Sohn Botho zwangsverheiraten will. Mit ihrer treuen Dienerin flüchtet sie nach Italien, wo ihr Vater sich Ruhm als Capitano der berühmten Eisernen Kompanie erworben hat. Doch als sie dort ankommt, sind ihr Vater und Bruder tot, erschlagen von unbekannten Räubern. Sie trifft nur noch das in Auflösung begriffene Söldnerheer, das zögert, sich der Führung von Caterinas unehelichem Cousin Fabrizio anzuvertrauen. Kurzerhand erklärt sich Caterina zur Capitana.
Anzeige Obwohl Caterina von ihren Männern schnell als Nachfolgerin ihres Vaters anerkannt wird, steht sie dem Machtspiel der reichen Städte doch sehr unerfahren gegenüber. Es gilt, alte Verträge einzuhalten, ohne Größen wie Venedig, Pisa oder Mailand allzu sehr zu verärgern. Zu allem Überfluss ist ihr auch noch der rachsüchtige Fabrizio auf den Fersen, der darauf brennt, sie zu lehren, was einer Frau zusteht. Doch zusammen mit Bianca, der Geliebten ihres Vaters, weiß Caterina sich zu wehren.
Eine starke Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft ist nicht unbedingt ein neues Thema. Doch Iny Lorentz ist immerhin eine Bestsellerautorin, so dass man erwartet, dass sie dem bekannten Plot neue Seiten abgewinnt. Leider trügt diese Hoffnung, denn außer einer Vielfalt von Personen, die zwar den Anschein erwecken, dass die Historie lebendig und gut recherchiert ist, die aber mehr oder minder austauschbar bleiben, stechen nur die beiden weiblichen Hauptfiguren Caterina und Bianca hervor.
Neben den üblichen Eigenschaften, sie sind mutig, erfinderisch und natürlich attraktiv, lassen sie sich auch eine kleine lesbische Tändelei nicht entgehen. Diese ist allerdings so keusch und es wird so oft betont, dass sie nur ein Vorgeschmack auf die Wonnen ist, die Männer zu bereiten vermögen, dass man sich fragt, welchem Zweck sie überhaupt dienen soll. Überhaupt widmet die Autorin einen Großteil ihrer Energie dem Versuch, möglichst blumige Umschreibungen für den Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau zu finden.
Was in kleinen Dosen sicher sich ein Gefühl der Authentizität erzeugen könnte, wirkt in dieser Häufung leider irgendwann gestelzt und leicht lächerlich. Schärfere Figurenzeichnung und eine stärkere Bündelung der Handlung hätte gut getan, so bleibt nur eins: Ein farbenfroher Roman, der leider nur Durchschnittsware ist.
Fazit: Starke Frau vor einer historischen Kulisse, die so sicher nie existiert hat.