Der Buchmarkt ist geradezu überschwemmt von Ratgebern. Der perfekte Mann, der tollste Sex, der prestigeträchtigste Beruf, das alles findet sich so häufig, dass, wenn man nicht in Hilfestellungen ersticken will, es notwendig ist, die Spreu vom Weizen zu trennen. Notfalls mit einer Mistgabel.
Für viele junge Leute scheint es so, als sei Jobsuche geradezu ein Synonym für bevorstehende Arbeitslosigkeit. Manche versinken in Resignation, andere hangeln sich von Praktikum zu Praktikum, ohne dass der ersehnte Job am Ende dabei herausspringt. Firmenpolitik einerseits, andererseits aber auch ein Zeichen für mangelnde Einsatzbereitschaft, den Berufseinstieg in den Traumjob zu verwandeln. Doch das kann man ändern.
Eine Botschaft durchzieht das ganze Buch – Selbstinitiative ist gefragt. Es reicht auf dem heutigen Arbeitsmarkt nicht mehr, gut zu sein. Besser zu sein heißt die Devise, besser zu sein als die zahlreichen Mitbewerber, die sich um die guten Stellen prügeln. Das ist die Grundhaltung, und man kann nicht leugnen, dass es eine Botschaft ist, die bei vielen noch in die Köpfe muss.
Anzeige Der zweite Grundgedanke, der sich als roter Faden durch das Buch zieht, ist die Absage an die Haltung, dass ein Praktikum nur ein Lückenfüller ist, in dem man beliebig seine verschiedenen Interessen austesten kann. Spätestens ab dem dritten Praktikum, so die Autorin, will ein Personalchef sehen, dass man ein Ziel verfolgt. Zu Eigeninitiative kommt der Weitblick und die Planung.
Wirklich interessant wird Generation Praktikum aber, wenn es zu den praktischen Tipps kommt. Der verwirrte, vielleicht überforderte Jobsucher bekommt nicht nur Vorlagen für Bewerbungsschreiben und Lebenslauf mit detaillierten Beispielen und Negativbeispielen, auch Fragebögen und Anleitungen, wie man vom Traum zur Ausführung gelangt, sind vorhanden. Sie sind so aufgebaut, dass man sie als Kopiervorlage benutzen oder direkt im Buch ausgefüllt werden können.
Insgesamt überzeugt das Buch neben seiner Praxisnähe aber auch durch seine optimistische Grundhaltung. Uta Glaubitz gelingt es, weder falsche Versprechungen zu machen, noch sich einer allgemeinen Negativhaltung anzuschließen, die den jungen Bewerber in seiner Skepsis nur bestärken kann. Ihr Motto ist, wenn du hart arbeitest und dein Bestes gibst, kannst du es schaffen. Zusammen mit den nötigen Hilfestellung, wie das Beste auszusehen hat, ist das eine faire, Erfolg versprechende Grundhaltung.