Eine verschwundene Tochter zu suchen ist Routine für Privatdetektiv Wilsberg, doch Feli Sanddorn ist keine gewöhnliche Ausreißerin, sie ist eine engagierte Journalistin, die an einer Enthüllungsstory über die dritte Generation der RAF schreibt. Kurz darauf hat es so ziemlich jeder auf Wilsberg abgesehen...
Der Münsteraner Privatdetektiv Wilsberg ist nicht sonderlich angetan von seinem neuen Klienten, der ihn anfleht, seine Tochter Felizia zu suchen, die sich mit einer Reportage über die RAF in größte Gefahr begeben haben soll. Vor allem stört ihn, dass Peter Fahle ihn ganz offensichtlich nach Strich und Faden belügt. Fahle selber war Mitglied der RAF und wer weiß - vielleicht ist er es noch.
Anzeige Nach einem erfolglosen Ausflug nach New York, wo Feli angeblich zuletzt gesichtet worden ist, holt er endlich die Wahrheit aus Fahle heraus. Wenig später ist sein Klient tot, und auf Wilsberg wartet bereits die Polizei in Gestalt der Kommissare Podzey und Niemeyer. Zwar kann seine Anwältin den Privatdetektiv wieder herauspauken, doch inzwischen ist seine Neugierde erwacht. Eine wilde Hetzjagd beginnt, bei der bald niemand mehr weiß, wer Freund und Feind ist.
Nach einem kleinen Abstecher in die Gemeinschaftsproduktion mit Petra Würth und ihrem Geisteskind Pia Petry in dem Roman Blutmond ist der Münsteraner Privatdetektiv Wilsberg wieder alleine unterwegs. Diesmal führt der Autor ihn über die provinziellen Grenzen seiner katholischen Heimat hinaus, mitten hinein in die bewegte deutsche Vergangenheit der RAF.
Aber davon sollen sich auch jüngere oder geschichtsfeindliche Zuschauer nicht abgeschreckt fühlen. Das Thema ist auf gut verdauliche Häppchen herunter gebrochen und wird krimitauglich serviert. Neben den Hintergründen, die Wilsbergs Recherche aufzeigt, geht es in erster Linie um Mord, immer neue wilde Verfolgungsjagden und dem zugegebenermaßen spannenden Finale, bei dem endlich deutlich wird, wer Feind und wer Freund ist.
Insgesamt ist Wilsberg und die dritte Generation ein stringenter Krimi mit einem inzwischen lieb und vertraut gewordenen Helden vor der bekannten Kulisse des schönen Münster. Was fehlt ist der zündende Funke, das Neue, das ein gutes zu einem herausragenden Buch macht. Und so bleibt ein solide, auch spannend gemachter Krimi, den man aber schnell wieder vergisst.
Fazit: Routinierter Wilsberg-Fall - für Fans ein Muss, alle anderen können ihn überspringen.