Ein Bär lehrt die Förster das Fürchten und den Leser das Lachen
Heute macht sich der Bär mal einen Spaß auf Kosten der Förster. Als einer der ihren verkleidet, tappt er ziemlich angeheitert durch den verschneiten Tannenwald. Sein Ziel: das Gasthaus „Zum Krug mit den 12 Enden“. Wo die Wildhüter fröhlich feiern und zwischen Bär und ihresgleichen nicht mehr unterscheiden können.
Drum fällt es dem Bär nicht weiter schwer, die schießwütigen Grünröcke zur Jagd auf seinesgleichen anzustacheln. Aber die Bärenhöhle ist leer. Kein Wunder, der Bär muss sich wohl unter irgendeinem Försterhut verstecken. Aber vor lauter Alkohol und Schwindel geht die Jägerschar auf den Falschen los ...bis Frau Bär plötzlich auftaucht. Mehr von Peter Hacks heiterer und hinterlistiger Geschichte soll hier nicht verraten werden.
Anzeige Ohne die Förster wäre die Welt – pardon, der Wald – wohl nur halb so schön, muss sich der Bär gedacht haben, als er auszog, sie das Fürchten zu lehren. Er hegt keinerlei Groll gegen seine „natürlichen“ Feinde, die uns als tumbe Waldschrate mit schiefen Zähnen und tiefroten Nasen begegnen. Die in Bild und Text zu spürende Mischung aus Ironie, Schauer und Groteske verführt die Kinder ebenso wie ihre Eltern. „Sie riefen Hussa und Hallihallo und Halali, wovon das eine soviel bedeutet wie das andere, nämlich gar nichts, aber so ist das Jägerleben.“ Solche Sätze bringen die absurde Situation auf den Punkt und Jung und Alt zum Lachen. Hier kommt nicht nur der Bär, sondern auch der Leser auf seine Kosten.
Die Westdeutschen kennen Hacks meist nur als Dramatiker, als sozialistischen „Klassiker“. Als „klassischen“ Kinderbuchautor kennen ihn westlich der Elbe nur wenige, obwohl er 1998 mit dem „Deutschen Jugendliteraturpreis“ ausgezeichnet wurde. Mit dieser wunderbar illustrierten und ironisch erzählten Geschichte lernt der „Wessi“ einen heiteren Hacks kennen, der frei von ideologischem Ballast mit aller Leichtigkeit das Humane im Tierischen zur Schau stellt. Es darf also gelacht und gedacht werden.