Gregor, Lennart, Wanja und Flora nennen sich „Die Söhne der Sonne“. Keiner weiß, wo ihr Tipi steht. Es ist schließlich ein geheimer Treffpunkt. Zusammen kämpfen sie gegen Ungerechtigkeit in der Stadt. Und nur wenn sie losziehen, um wieder ein geheimes Abenteuer zu bestehen, tragen sie ihre Stammesbemalung.
Gregor, Lennart, Wanja und Flora sind in Chlothildes und Clarissas Garten unterwegs. Beim Indianerspielen haben sie hier einiges aus der Ordnung gebracht. So richten sie das Erdbeerbeet wieder her, befreien den Kiesweg von Blumenerde und bringen den Teich in Ordnung.
Von den alten Damen erfahren die Freunde, dass diese aus ihrer alten Villa bald ausziehen müssen, da kein Geld für dringend nötige Reparaturen da ist. Aber der Hintergrund ist in Wahrheit ein anderer. Der neue Schulanbau soll direkt hier auf dem Grundstück gebaut werden. „Die Söhne der Sonne“ finden es nicht in Ordnung, dass die beiden alten Frauen deswegen ins Altersheim sollen. Sie wollen bei den Reparaturarbeiten am Haus helfen.
Anzeige Das weitere Vorgehen wird gerade im geheimen Treffpunkt besprochen, als Flora, auch Fliegende Feder genannt, auftaucht. Sie ist nicht allein. Ihr Cousin Amadeus, der für ein halbes Jahr bei ihrer Familie leben wird, ist bei ihr. Amadeus darf bei den „Söhnen der Sonne“ auf Probe mitmachen, da es nicht anders geht. Aber eigentlich findet er Indianerspiele blöd. Er findet die Bleichköpfe, eine Gruppe älterer Jugendlicher, die immer wieder für Ärger sorgen, viel cooler.
Zusammen gehen die Kinder wieder zu Chlothilde und Clarissa, um die Veranda zu streichen. Dazu hat Amadeus überhaupt keine Lust. So haut er einfach ab. Als die Bleichköpfe ihn entdecken, verfolgen sie ihn mit ihren Motorrollern. Dass Amadeus Indianerspiele doof findet, gefällt den Jungs. Sie wollen ihn in ihre Bande aufnehmen. Aber Amadeus kann nur mitmachen, wenn er den Bandenschwur ablegt und eine Mutprobe besteht. Wenig später brennt hinter der Schule das Haus der Schwestern.
Auch der vierte Teil der „Großstadtindianer“ ist sehr spannend. Die vier Freunde setzen sich diesmal für zwei alte Menschen ein, die aus ihrem Haus vertrieben werden sollen, damit auf ihrem Grundstück der neue Schulanbau gebaut werden kann. Für „Die Söhne der Sonne“ sind Menschen allerdings wichtiger als der Anbau.
Aber es gibt noch ein anderes Problem. Amadeus. Der Junge ist ziemlich eingebildet und tut die Aktionen der Freunde als Kinderspiele ab. Er schließt sich lieber den Bleichköpfen an. Dass die Jugendbande ganz andere Pläne mit ihm hat, als er glaubt, durchschaut er nicht. Die Warnungen seiner Cousine schlägt er in den Wind. Mit der Mutprobe wird die Situation dann richtig gefährlich. Kinder erkennen hier natürlich beim Lesen, in welche Gefahr Amadeus sich hineinmanövriert, als er sich die falschen Freunde sucht. So ist die Geschichte auch sehr lehrreich. Das Buch geht hier gut aus, im wahren Leben ist es nicht immer so.
Das Buch ist vom Schreibstil her für Kinder ab acht Jahren gut lesbar. Der Autor bringt viele nützliche Botschaften rüber, ohne belehrend zu wirken. Die Geschichte spricht für sich. Gefallen haben auch die Bilder, die zwar nur schwarz-weiß, aber sehr anschaulich und detailgenau sind. Mit im Buch ist eine Bastelanleitung für Federschmuck.
Nicolas Roth Die Großstadtindianer Band 4: Rauchzeichen
Zeichnungen von Marc Robitzky
Baumhaus Verlag
119 Seiten, gebunden, 9,90 Euro
ab 8 Jahren
ISBN: 3-8339-3573-1