Ein ganz normaler Arbeitstag für Thursday Next bedeutet, den Minotaurus zu fangen, der sich gerade in einer kleinen Westernstadt versteckt hat, und nebenbei noch die Zerstörung zu beseitigen, die Emperor Zhark mit seiner Weltraumlegion angerichtet hat. Das ist auch nötig, denn Bücher leben, und Thursdays Aufgabe ist es zu verhindern, dass Leser wirklich alles lesen. Außerdem muss sie die Welt retten und dafür sorgen, dass ihr Sohn pünktlich ins Bett kommt...
Thursday Next, einstmals erfolgreichste LiteraturAgentin ihrer Einheit, hat jetzt ganz andere Sorgen. Nach der unrechtmäßigen Nichtung ihres Ehemanns Landon, muss sie nicht nur für ihren bescheuerten Dodo Pickwick sorgen sondern auch ihren Sohn allein aufziehen. Von den Genichteten-Hinterbliebenen-Selbsthilfe-Treffen ganz zu schweigen ... Doch das Verbrechen in der Bücherwelt nimmt keine Rücksicht auf die Sorgen einer allein erziehenden Mutter.
Zum einen ist da Hamlet, der sich in einer Sinnkrise befindet. Mal wieder, möchte man sagen, nur leider hat er das Zaudern endgültig satt und möchte endlich mal Taten sprechen lassen, so dass die LiteraturAgenten einen ihrer größten Klassiker bedroht sehen. Und zum anderen ist da die Infiltration der richtigen Welt durch den schurkischen Ehrgeizling Yorrick Kaine.
Die Handlung von Es ist was faul wiederzugeben, ist mal wieder so gut wie unmöglich. Auch wenn im dritten Band um die Abenteuer der umtriebigen LiteraturAgentin Thursday Next diese ganz besondere Welt etabliert und durchschaubarer geworden ist, so ist der Einfallsreichtum des Autors noch lange nicht versiegt. Mit einer furiosen Mischung aus Versatzstücken der bekannten großen Literatur und eigenen Erfindungen präsentiert er bibliophilen Zeitgenossen wieder einen ganz besonderen Leckerbissen.
Neben der Haupthandlung entwirft Fforde Nebenfiguren, die einem ans Herz wachsen. Und damit ist nicht nur der berühmte Dänenprinz gemeint, der seine Lebenskrise mit Mutter Thursdays Lieblingskuchen bekämpft, sondern auch der grausame Weltraumdiktator Zhark, dessen enthusiastische Grausamkeit ihn zu einem heimlichen Favoriten des Romans macht. So kommen weder Thursday noch der Leser zur Ruhe, bis schließlich der Vorhang über den letzten Worten fällt: „Alas, poor Yorick.“
Ein Wort des Lobes gebührt wieder der Übersetzung. Auch wenn es bei Büchern von Fforde, Pratchett, Adams und anderen ähnlicher Machart immer gut ist, sie im Original zu lesen, so verlieren die Thursday Next-Romane im Deutschen doch kaum etwas von ihrem absurden Witz und ihrer Spritzigkeit. So ist nur eine gewisse Grundkenntnisse der englischen Literatur nötig, um wenigstens einen Teil der Anspielungen zu verstehen, und die Reise in den alltäglichen Wahnsinn der Bücher beginnen.
Fazit: Ein weiterer Höhepunkt für verrückte Bibliomanen
Jasper Fforde Es ist was faul (Originaltitel: Something Rotten)
Übersetzt von Joachim Stern
dtv premium
429 Seiten, EUR 14,00
ISBN 3-423-24568-9