Die Geschichte eines High School-Schülers, der sich im islamischen Fundamentalismus wieder findet und schon bald selbst vor dem Tod nicht zurückschreckt
Ahmed will so schnell wie möglich ins Paradies. Der Sohn einer irischen Mutter und eines ägyptischen Vaters, der die Familie viel zu früh verließ, lebt irgendwo in New Jersey. Anstatt aufs College zu gehen, folgt der 18-Jährige lieber dem Koranlehrer Imam Scheich Rashid, einem islamischen Fundamentalisten. Dieser vermittelt dem intelligenten Jungen eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus und bringt Ahmed dazu, statt eines Studiums einen Lkw-Führerschein zu absolvieren.
In Ahmeds Leben dreht sich schon bald alles nur noch um seinen Glauben, er isoliert sich zusehends von der Welt um ihn herum. Es ist der Jahrestag des 11. September als Ahmed auf den viel befahrenen Verkehrstunnel zusteuert – vollgeladen mit hoch explosivem Material und dem festen Willen sich und möglichst viele „ungläubigen Teufel“ mit in den Tod zu reißen. Nur Jack Levy, sein jüdischer Schülerberater glaubt noch an den Jungen und versucht alles, um Ahmed von seinem gefährlichen Weg abzubringen.
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Updike kann es besser
John Updike ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren der Vereinigten Staaten. Es gibt kaum einen amerikanischen Literaturpreis, den der heute 74-Jährige noch nicht erhalten hat. Mit „Terrorist“ verarbeitet Updike die Erfahrungen des 11. Septembers und macht sich auf die Suche nach den Ursachen des religiös begründeten Terrorismus. Aus Sicht des jungen Ahmed lässt er den Islam greifbar werden – vor allem in seinen fanatischen Zügen. Den Gedankengängen des jungen Moslems zu folgen, ist oft bedrückend. Gerade hier zeigt Updike, dass er sich intensiv mit dem Islam und seinen Ausprägungen beschäftigt hat. Dabei gestaltet sich das Hörbuch aber leider auch etwas langatmig. Viele Schilderungen sind etwas zu ausführlich geraten – und etwas zu platt. So bedient Updike eine Menge Klischees. Vom jüdischen, überengagierten Schülerberater bis zur afroamerikanischen Mitschülerin, die Ahmed permanent anzuflirten scheint und später für ihren Rüpel-Freund anschaffen geht. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Ulrich Noethen liest „Terrorist“
Gelesen werden die immerhin sieben CDs von Ulrich Noethen. Und der beweist, dass er völlig zu Recht als einer der besten deutschen Schauspieler gilt. Sehr feinsinnig weiß er es, zwischen den Personen hin und her zu wechseln und jeder einzelnen von ihnen so Leben einzuhauchen. Gerade in den beklemmenden Momenten, etwa wenn Ahmed mit dem LKW auf den Lincoln Tunnel zufährt, um seinen tödlichen Plan in die Tat umzusetzen, gelingt es Noethen mit seiner ruhigen Stimme, die Dramatik zu transportieren, ohne dabei hektisch zu werden. Damit tröstet er über manche Schwäche des Buches hinweg und macht das Hören doch noch zu einem Erlebnis.
Fazit: Etwas langatmiger, klischeehafter Versuch, die Ursachen für islamistischen Terrorismus zu verstehen. Sprecher Ulrich Noethen beeindruckt jedoch.