spacer
spacer
Logo
Rotationsbanner 468x60



 
Hauptmenü
Startseite
Suche
Buch
Hörbuch
Film zum Buch
Vorschau
Videos
Magazin & Interviews
Autoren
Verlage
Forum
News
Service
Branchenbuch
Extras
Shop
Newsletter
Mediadaten/Werbung
Impressum
Newsletter
Wöchentliche Buchtipps, Buchpakete gewinnen & Neuigkeiten - Hier abonnieren

Hinweise zum Newsletterversand
Zu Google hinzufügen
Fügen Sie die literature.de-Rezensionen zu iGoogle hinzu
 

Startseite arrow Buch arrow Der falsche Liebreiz der Vergeltung

Der falsche Liebreiz der Vergeltung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Irmela Körner, am 14-11-2006 09:00
Editorbewertung Keine Bewertung
Durchschnittliche Benutzerbewertung Keine Bewertung
Favoriten 20

Andrea Camilleri - Der falsche Liebreiz der VergeltungIm reifen Alter von fast 70 Jahren veröffentlichte der sizilianische Autor Andrea Camilleri 1994 den ersten Fall des inzwischen weltweit bekannten und beliebten Commissario Salvo Montalbano. Damals löste das eine Welle des Camillerismo aus, die bis heute nicht abgeebbt ist und die dem fleißigen Schreiber - wie er kopfschüttelnd bemerkt - wie eine Dampfwalze den Weg zum Erfolg geebnet habe. 

Seit mehr als zehn Jahren also ist  Commissario Montalbano mit seiner Liebe zu gutem Essen und den teilweise ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden so etwas wie unser guter Freund oder ständiger Begleiter im Lektüreleben. Allerdings war sein Vorleben in beruflicher und privater Hinsicht bislang nur bruchstückhaft bekannt. Jetzt endlich lässt uns Andrea Camilleri mit einer Sammlung von drei Geschichten etwas genauer in die Karten schauen. In „Der falsche Liebreiz der Vergeltung“  jetzt im Taschenbuch erschienen, erfahren wir in der ersten von drei Geschichten wie Montalbano in die zwar fiktive aber doch reale  Kleinstadt Vigata am Meer gekommen ist. Er liebt das Meer, diesen Geruch aus Salz, Algen und Teer. Er liebt Fisch und vergisst regelmäßig seine Diätpläne, sobald er nur von Ferne ein gutes Fischlokal ausmacht. Er stürzt sich in die Wogen,  wenn ihm der Kopf zu sehr schwirrt und sich die Gedanken und Beobachtungen nicht ordnen und zu einer Lösung zusammensetzen lassen.

Anzeige
Doch wie er in diese allgemein als angenehm und hübsch beschriebene Küstenstadt gekommen ist, hatte sein genialer Erfinder bislang im Dunkel gelassen.
Dabei hätte man es ich denken können- es hatte natürlich auch eine Frau die Hand im Spiel, Mery heißt sie sehr unitalienisch, sie lebt in Catania und sie hat- wie das praktisch und üblich ist- einen einflussreichen Onkel in einer Schlüsselfunktion im Ministerium.

Allerdings hat auch Montalbanos Mentor und Vorgesetzter Libero Sanfilippo  etwas Schicksal gespielt. Mit geschultem Polizistenblick und der Lebenserfahrung eines Älteren hatte er schnell erkannt, dass Montalbano nicht für Mascalippa, das Bergdorf, gemacht war und keinen Blick für die Schönheit der Berge übrig hatte.  Wahrscheinlich würde er dort eingehen wie hierzulande eine Primel auf dem Trockenen.

Montalbano wurde also nicht zum Nachfolger seines Chefs in den Bergen gekürt, sondern nach Vigata versetzt.  Das nennt man Glück und als er auch noch ein Häuschen direkt am Meer findet, ist er zufrieden. Mery ist es auch, denn von Vigata nach Catania braucht es höchstens zwei Stunden und so muss sie also auf die nächtlichen Besuche des Commissario  nicht verzichten.

Eine weitere Besonderheit der drei vorliegenden Fälle ist die Tatsache, dass es keine Toten und damit auch keine Mörder gibt.
Doch der Commissario hat dennoch mehr als genug zu tun, um beispielsweise die Machenschaften um eine vermeintliche Kindesentführung und deren Hintergründe zu entschlüsseln. Wie so oft in vertrackten Fällen muss er die italienische Gesetzeslage wie einen falsch gestrickten Pullover da ein bisschen dehnen, dort eine wenig zupfen, damit der Gerechtigkeit Genüge getan werden kann.

Immer montags wird im Kommissariat der Fall eines erschossenen Tieres gemeldet, erst ein Fisch, dann ein Huhn, dann ein Hund und sogar ein Elefant, Attraktion eines gastierenden Zirkus, muss daran glauben. Der Serientäter hinterlässt jeweils einen Zettel, mit einer merkwürdigen Botschaft. Montalbano lässt sich von seinem hochgebildeten Lehrer, Alcide Maraventano, eine Lehrstunde über die Kabbala geben. Und im Wettlauf mit der Zeit erkennt er, dass da jemand offensichtlich in religiösem Wahn ein Blutbad plant und mit seinen bekanntermaßen unorthodoxen Methoden kann er den Täter überführen.
Es sind wie immer spannende Episoden, die den sizilianischen Alltag in jeder Zeile atmen. Die Geschichten sind tiefgründig wie ein dunkler See, aber sprachgewandt wie das von Camilleri nicht anders zu erwarten ist. Der große Meister des Erzählens verknüpft nebensächliche Alltäglichkeiten mit der großen Politik, er durchleuchtet maffiöse Strukturen und würzt mit seinem wunderbar tiefgründigen Humor, die seine Geschichten so köstlich menscheln lassen.

Wie immer ist der Band also ein  intensives, wenn auch flüchtiges Lesevergnügen.
Lediglich die Tatsache, dass die Freundin Mery nach der ersten Geschichte einfach in der Versenkung verschwinden muss, stößt etwas sauer auf.  Es gibt schon in der zweiten Geschichte die streitsüchtige Livia in Genua- aber das ist ein Grund, Mery einfach totzuschweigen. Schließlich verdankt der Commissario doch auch ihren Verbindungen seine Position in Vigata und  da will er doch hoffentlich noch viele Jahre weiterarbeiten.


Andrea Camilleri
Der falsche Liebreiz der Vergeltung
Commissario Montalbano findet seine Bestimmung
BLT, November 2006
352 Seiten, EUR 8,95
ISBN 3404922328

Hier bestellen:


Lesezeichen:
Blinkbits
BlinkList
blogmarks
co.mments
connotea
Delicious
De.lirio.us
Digg
Fark
feedmelinks
Furl it!
Hugg
LinkaGoGo
Ma.gnolia
Mister.Wong
Netvouz
NewsVine
NUjij
Profile Heaven
RawSugar
Reddit
Scoopeo
Scuttle
Shadows
Simpy
Smarking
Spurl
Stumble
TailRank
Technorati
Wists
YahooMyWeb

Letztes Update: 14-11-2006 09:00

Veröffentlicht in : Buch, Krimi / Thriller
Schlüsselworte : Der falsche Liebreiz der Vergeltung, vergeltung, camilleri, montalbano
Artikel zitieren Zu meinen Favoriten hinzufügen An Freund senden Ähnliche Themen

Benutzerkommentare (0) RSS feed Kommentar
Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.

Keine Kommentare vorhanden

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu



mXcomment 1.0.6 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< Zurück   Weiter >
spacer
Suche
Anzeige

Ihre Anzeige hier
Anmeldung
Warum anmelden?
Mehr erfahren...
Statistik

9.412 Rezensionen, 1.534 Autorenporträts,  1.956 Clubmitglieder, uvm.

Wer ist Online
Aktuell sind 463 Gäste online und 1 Mitglied online
Ähnliche Themen
Forum
Anzeige
RSS-Feeds


Hörbücher hier herunterladen!

Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  Blog  |  FAQ  |  Werben auf literature.de  |  Presse  |  Jobs  |  RSS-Feeds

Partner: frueherlesen | blaetterrauschen | Zu Google hinzufügen

© 1998-2008 literature.de - literaturschau-mediendienst und content-newmedia.de  |  litstats

Alle Rechte vorbehalten - kein Teil der Inhalte darf auf anderen Seiten / in anderen Medien ohne Zustimmung von literature.de verwendet werden!

Empfehlungen:

spacer