Als päpstlicher Legat kennt Magister Wasmod die Reichen und Mächtigen, und so leicht kann ihn nichts mehr beeindrucken. Zu seiner eigenen Überraschung ist es eine Frau, die das Unerwartete eintreffen lässt. Sie heißt Oda und nennt sich eine Botin...
Seine Reise durch Italien führt den umtriebigen Magister Wasmod von Knesebeck und seinen Gefährten, den legendären Templer Werner von Langenapel durch Italien an den fahrenden Hof des ehrgeizigen italienischen Adligen Galvano von Sulmona, der hofft, aus den anhaltenden Kämpfen in Italien endlich Gewinn schlagen zu dürfen. Bis dahin gibt es sich an der Seite seiner Geliebten der Illusion hin, Ehre und Rittertum wieder aufleben zu lassen.
Anzeige Die trügerische Ruhe findet ein Ende, als ein junger Mann in Galvanos Lager ankommt. Zunächst wird er als Spion gefangen genommen und gefoltert, doch bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Jüngling um einen Verwandten des Tempelritters Werner handelt. Da der Frieden nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, beschließen Wasmod und Werner, dem jungen Mann auf seiner geheimnisvollen Reise nach Altamura zu folgen. In Begleitung der nicht minder mysteriösen Botin Oda brechen sie zu der wichtigsten Mission ihres Lebens auf.
Stephan M. Roths Roman Der Weg nach Altamura kann man wohl am ehesten dem Subgenre „historische Fantasy“ zuordnen, denn während er einerseits die klassischen Elemente des Gefährtenromans enthält, gibt sich der Autor gleichzeitig auch ungewöhnliche Mühe, die phantastische Handlung in einen historisch präzisen Zeitrahmen einzubetten, wobei er es sich nicht nehmen lässt, reale Figuren, allen voran den italienischen Dichter Dante, auftreten zu lassen.
Diesen Ausflügen in die Realität verdankt die Geschichte einen großen Teil ihrer Spannung, denn die eigentliche Reise in das sagenhafte Altamura vollzieht sich insgesamt recht zäh. Zwar wird der Leser, ebenso wie die Reisenden, immer wieder mit dem Übernatürlichen konfrontiert, doch es fehlen jene Momente, die die Versatzstücke zu einem einleuchtenden Ganzen zusammenschmieden. Dass der Roman zusätzlich in einer leicht altertümlichen Sprache geschrieben ist, die wahrscheinlich den Geist der Zeit einfangen soll, hilft nicht. Statt authentisch klingt vieles eher gestelzt.
Ein weiterer Kritikpunkt, der allerdings allein dem Verlag anzulasten ist, ist die Aufmachung des Romans. Die Ränder sind einfach zu schmal und die Schrift zu klein, um im Entferntesten leserfreundlich zu sein. Hier wird der Eindruck erweckt, dass man so viel Text wie möglich auf so wenig Platz wie möglich quetschen wollte - da muss eine Handlung so sehr fesselnd sein, damit nicht bisweilen Ermüdungserscheinungen auftreten.
Fazit: Unentschlossener Fantasyroman vor historischer Kulisse.