Schon als Student erkrankte Guido Gozzano an Tuberklose. Die ermöglichte ihm frühzeitig sich seiner literarischen Neigung zu widmen und viele Gedichte, Kurzromane und auch Märchen zu veröffentlichen. Um neue Eindrücke zu sammeln, reiste er 1912/13 nach Indien und hielt seine Eindrücke, wie für diese Zeit üblich in einem aus Briefen bestehenden Reisebericht fest.
Gozzano erlebte ein Indien, was uns heute vermutlich nicht mehr in all seiner traditionellen Pracht erhalten ist, als Kolonie des britischen Commonwealth, doch rein an eigener Tradition. Heute finden sich durch die auch in Indien immer stärker Einzug haltende Globalisierung immer mehr westliche Einflüsse in dem traditionsreichen Land.
Romantisch, melancholisch und häufig auch wirklich unterhaltsam und komisch schildert er, wie er mit offenen Augen die Merkwürdigkeiten des exotischen Landes erlebt, das Kastenbewusstsein, Geierbestattungen, den Tanz einer Tempeldirne und Elefantenkunststücke. Doch auch das alte Indien bleibt ihm nicht verborgen und er besucht Jaipur, die Märchenstadt, das Reich der Großmogulen und Goa, die goldene Stadt.
Gozzano führt uns mit seinen Briefen in ein märchenhaft anders Indien, berichtet so farbenfroh und plastisch von seinen Erlebnissen und Eindrücken, dass man sich nur wünscht, das alles selber erleben und sehen zu können
Guido Gozzano Reise zur Wiege der Menschheit – Briefe aus Indien Aus dem Italienischen von Olaf Posmyk
Elfenbein Verlag
211 Seiten, EUR 18,00
ISBN: 393224575X